Lübeck-Blog: Das Weblog von Lübeckern für Lübecker

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März 2007
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Do
29
Mrz '07

Holstentor-Realschule bald Gemeinschaftsschule

Die Schulkonferenz beschloß in der vergangenen Woche mit 27:1 Stimmen, daß das Institut in eine Gemeinschaftsschule umgewandelt werden soll. Jetzt gilt es natürlich, den Marsch durch die bürokratischen Instanzen anzutreten.
Aber am Ende des Weges ist diese Schule dann, das kann man bereits jetzt mit Sicherheit behaupten, die erste Gemeinschaftsschule in Lübeck.

Nix los in der Clemensstraße? Aber vielleicht bald wieder!

Die Clemensstraße war bis vor einiger Zeit Lübecks Schmuddelecke. Puffs und Kneipen waren dort, und sonst gar nichts.
Die Etablissements dort haben eines nach dem anderen dicht gemacht, und nun ist da in der Tat rein gar nix mehr.
Das soll sich ändern.
Auf Anregung findiger Geschäftsleute plant die Stadt, aus der ehemaligen Rohrverlegungsmeile eine Szenestraße zu machen: Mit Künstlerateliers und In-Restaurants.
Das kann freilich noch ein wenig dauern. Einstweilen sind die meisten der Häuser dort renovierungsbedürftig.
Manche Etagen sind sogar total durchgebumst.

Süskind im Studio der Kammerspiele

Patrick Süskind wurde den Menschen im vergangenen Jahr deutlich in Erinnerung gebracht. Der Film “Das Parfüm” nach seinem Roman wurde der erwartete Blockbuster. Leider ist der Film künstlerisch nicht annähernd so erfolgreich wie kommerziell.
Aber das ist ja kein Wunder, wenn man bedenkt, daß Tom Tykwer Regie führte.
Süskind seinerseits ist tatsächlich ausschließlich für diesen Roman bekannt.
Das respektable Monolog-Stück “Der Kontrabaß” gilt es also neu zu entdecken, und es ist schön, daß die Kammerspiele den Lübeckern heute um 20.00 Uhr (Beckergrube 10-14) Gelegenheit dazu geben.

Big -Band-Sound in Lübeck

Und zwar heute abend um 20.00 Uhr in der Musik- und Kongreßhalle, Willy-Brandt-Allee 10.
Tom Gaebel und Band werden der Crowd einheizen. Endlich mal wieder guter alter Big-Band-Sound.
Das heißt ja nicht, daß man sich in nostalgischer Gemütlichkeit zurücklehnt.
Denn hört Euch mal einiges bei Fettes Brot oder gar Jay-Z an. Diese Gentlemen verwenden mit Vorliebe Big-Band-Samples.
Heute wird man diese Klänge nicht gesamplet, sondern gespielt zu Ohren bekommen.

NS-Demonstration am 31. März

Am 31. März wird es in Lübeck zu einer Demonstration von Nationalsozialisten kommen. Diese wollen an die Zerstörung Lübecks im Zweiten Weltkrieg erinnern.
Nebenbei bemerkt, Herrschaften: Was sind denn das für Weicheier? Als Rechte sind sie doch der Meinung, daß das Leben Kampf sei. Dann ist es zweifellos inkonsequent, darüber zu klagen, daß Deutschland bekämpft wurde.
Die Stadt Lübeck läßt die Nazis gewähren – sie hat lediglich ein paar Auflagen gemacht: Marschieren in geschlossenen Reihen sowie das Tragen von Bomberjacken und Springerstiefeln sind verboten.
Die Nazis werden übrigens vom Hautbahnhof zum Kohlmarkt gehen, dort eine Kundgebung abhalten und dann wieder zum Hauptbahnhof zurückkehren.
Auch eine Gegendemonstration ist angekündigt.
Immerhin wird die Polizei dafür sorgen, da sie sich nicht in die Quere kommen: Beide Gruppen sind räumlich hinreichend voneinander getrennt.

Late Night Shopping im Zwielicht

Lübeck ist in vielerlei Hinsicht Pionier. Das bedeutet aber nicht, daß die Stadt danach streben sollte, dies in allen Bereichen zu werden.
Zumindest für Schleswig-Holstein betritt Lübeck mit seinem Late Night Shopping-Angebot am kommenden Fritag Neuland. Bis um Mitternacht wird man dann in der Innenstadt einkaufen können, und nicht nur das. Weil das eben das erstemal der Fall sein wird, gibt es ein Rahmenprogramm mit Kleinkunst mit Musik.
Was soll nun aber das Ganze? Sicher, das gute alte Ladenschlußgesetz existiert nicht mehr, aber schon als die Ladenöffnungszeiten auf 20.00 Uhr ausgedehnt wurden, sind doch viele Geschäfte erstmal auf die Nase gefallen: Sie hielten ihre Geschäfte bis ans Limit geöffnet, mußten dann aber feststellen, daß nach 19.00 Uhr kaum ein Kunde mehr kommt.
Und das wird sich eben hier in verschärfter Form wiederholen. Vielleicht treibt ja die Neugier den einen oder anderen freitagnacht in die Geschäfte, aber mehr als Neugier und eben der Event-Charakter des Ganzen gibt es nicht, das für die Lübecker dort attraktiv sein könnte.
Ein in den meisten Geschäften der Innenstadt vollkommen offener Freitag wird sich nicht duchsetzen.

Mi
28
Mrz '07

Die Politiker und das Mobiliar: Populismus in den Lübecker Nachrichten

Zitat aus den Lübecker Nachrichten vom 22. März (S. 16):

“Bei sozialen und kulturellen Einrichtungen spart die Stadt, aber 53.000 Euro für neues Mobiliar sind noch drin.”

Es geht um wirklich abgenutzte Möbel, die ersetzt werden MÜSSEN.
Der einzelne Lübecker zahlt dafür im Schnitt ca. 25 Cent.
Was die Lübecker Nachrichten da schreiben, ist der pure Populismus.

Der VfB und die Schulden

Soso, die Stadt ist also immer noch und immer wieder bereit, dem VfB seine Schulden zu stunden.
Dabei hat Bernd Möller, Abgeordneter der Grünen, zweifellos recht, wenn er eine Ungleichstellung der Vereine beklagt (man möchte eben von der Popularität des VfB profitieren).
Gehen wir noch einen Schritt weiter:
In diesem Fall ist die Stadt, die ja sonst oft wegen ihrer Schulden in den Schlagzeilen ist, Gläubiger – und als solcher sollte sie auf der fristgerechten Begleichung der Schulden bestehen.
Ds tut sie nicht, beklagt infolgedessen, daß sie kein Geld hat, und schließt das Kommunale Kino und das Mädchenhaus.
Gewiß, das ist ein wenig überspitzt, aber: Eine Bürgerschaft, die Institutionen schließt, welche der Allgemeinheit zugute gekommen sind – und gleichzeitig ein Entertainment-Unternehmen, wie der VfB eines ist aushält, macht sich unglaubwürdig.

Pflegeheim Haus Nazareth – da ist was los

Seit 2001 knistert es zwischen den Betreibern des Pflegeheims Haus Nazareth und seinen 150 Lohnabhängigen. Erst jetzt aber gehen diese mit ihrer Forderung nach tariflichen Löhnen, die von ver.di unterstützt wird, an die Öffentlichkeit.
Das Unternehmen gibt sich empört.
Die Löhne will es ausschließlich innerbetrieblich regeln, und die Feststellung von ver.di, die Unternehmensleitung setze die Lohnabhängigen unter Druck, hält diese für eine ungebührliche Einmischung.

Ob man da vielleicht mal prüfen sollte, ob diese Art von Unternehmensleitung den Straftatbestand der Sittenwidrigkeit erfüllt?

Fraederichs´ Spruch

Mehrfach berichteten die Lübecker Nachrichten über einen angeblich sexistischen Spruch des Bürgerschaftsabgeordneten Fraederichs und seine Folgen.
In den meisten dieser Artikel wird aber der Stein des Anstoßes nicht erwähnt. Das ist entweder unprofessionell oder übertrieben schamhaft. Oder Ergebnis politischen Kalküls.

In der Ausgabe vom 22. März immerhin war das Zitat zu finden. Laut Astrid Stadthaus-Panissie, einem der beiden Opfer des Ausspruchs, sagte der Mann:

“Ihr seid doch nur in der Bürgerschaft, weil Ihr Titten habt.”
Diese Äußerung nun also ist es, die allenthalben als sexistisch bezeichnet wird.
Aber ist sie das tatsächlich?
Um das beurteilen zu können, müssen wir uns zwei Dinge klarmachen.
1. Was ist Sexismus?
Sexismus ist (dem Rassismus entsprechend) die Auffassung, zwischen Männern und Frauen bestehe ein Wertunterschied, aus dem sich ein Rangunterschied ergeben müsse.
Sexismus wird oft mit Obszönität verwechselt. Wir werden zu überprüfen haben, ob das auch im Fall dieses Ausspruchs so ist.

2. Was bedeutet der Ausspruch?
Zwei Bedeutungen sind möglich:
a) Ihr habt Eure weiblichen Reize eingesetzt und seid aufgrund dieser in die Bürgerschaft gewählt worden.
b) Frauen habe es grundsätzlich leichter als Männer, in die Bürgerschaft gewählt zu werden. Die angesprochenen Frauen sind nicht hinreichend qualifiziert.

Keine der beiden Varianten läßt ohne weiteres auf Sexismus schließen.
Es ist hier also tatsächlich Sexismus mit Obszönität verwechselt worden.

Was sagt Christian Risch über das Netz Ost?

Am 22. März erschien in den Lübecker Nachrichten ein Kommentar eines Christian Risch über das Netz Ost.
Wir zitieren:

“Es ist gar nicht lange her, da rumpelten Züge mit alten Schmuddelwaggons zwischen Hamburg und Lübeck hin und her. Diese Zumutung für alle Pendler ist noch in frischer Erinnerung. Seit kurzem aber tut sich viel Erfreuliches im `Netz Ost´: Die Regionalbahn setzt moderne Doppelstockwagen ein, DB-Chef Hartmut Mehdorn setzte höchstdelbst den ersten Masten für die Elektrifizierung, bald gibt es auch eine ICE-Verbindung nach Berlin. Zufall oder Kalkül?”

Mehdorn setzte übrigens nicht den ersten Masten, sondern den ersten Mast.
Weiter im Text:

“Klar ist: Angesichts dieser Verbesserungen wäre es eine Sensation gewesen, wenn nicht die DB-Tochter Regionalbahn Schleswig-Holstein den Zuschalg für den Betrieb ab 2009 erhalten hätte, wenn die DB mit viel Geld vom Bund die Strecke ausgebaut hätte, um dann ihre Konkurrenz darauf fahren zu lassen.”

Das Komma vor dem zweiten “wenn” ist falsch und führt zu Mißverständnissen.
Mit einem Gedankenstrich käme man der Sache näher. Am besten aber wäre es, die ganze Konstruktion zu ändern.
Dieser Risch hat eben große Prbleme mit der Sprache, folglich mit dem Denken.

Sabine Latzel revisited

Wer ist die Beste, die Schönste, die Knuffigste bei den Lübecker Nachrichten?
Natürlich Sabine Latzel, und um das zu belegen, wollen wir aus ihrer Kolumne vom 25. März zitieren:

“Da sage noch mal einer, Männer der Faust verstünden nichts von Kunst: Henry Maske, reaktivierter Profiboxer, lässt sich bei seiner Rückkehr in den Ring von Multitalent Armin Mueller-Stahl stärken. Beziehungsweise von einem Bild Mueller-Stahls: Es heißt ´Zwei aufsteigende Pferde` und soll den Mantel zieren,in dem Maske am 31. März in die Münchner Olympiahalle Einzug hält, wo er gegen Virgil Hill antreten will. Maske habe sich ausdrücklich eine Werk Mueller-Stahls gewünscht, berichtet Frank Thomas Gaulin vom Lübecker Kunsthaus, der 50 Lithografien des Bildes – signiert von Maske und Mueller-Stahl – im Sortiment hat. `Einmal Kämpfer, immer Kämpfer, im Sport wie im künstlerischen Leben`, soll Mueller-Stahl den Wunsch Maskes kommentiert haben. Der Mantel soll später versteigert werden, zugunsten von Maskes Stiftung `Place for Kids´ – und zwar unabhängig vom Ausgang des Kampfes.”

Ich will nicht auf alle Subtilitäten dieser Passage hinweisen. Aber, Herrschaften, es überträgt sich darin – das muß doch mal gesagt werden – eine Vitalität, die ihregleichen sucht. Jede Zeile atmet die Zartheit, Keßheit und Intelligenz der Verfasserin.
Ich bin begeistert.

Aktion Sauberes Lübeck

Das kann man öfter mal machen: Ende letzter Woche waren nach Informationen der Lübecker Nachrichten 1600 Freiwillige unterwegs (Männer, Frauen, Jugendliche und vor allem Kinder), um Lübeck vom Müll zu befreien. 30 Tonnen Müll sollen sie dabei gesammelt haben. Das halte ich zwar für ein wenig hoch gegriffen, aber die Aktion ist dennoch löblich.

Henschel im Gesamtvorstand der Landsmannschaft Schlesien

Jüngst wurde Gerhard Henschel in den Gesamtvorstand der Landsmannschaft Schlesien Lübeck gewählt.
Was denn, werden einige fragen, DER Gerhard Henschel, der vor einiger Zeit ein gegen die Bild-Zeitung gerichtetes Buch veröffentlichte?
Na, die Frage ist doch wohl nicht ernst gemeit.
Der Gerhard Henschel hält sich von derart rechtsreaktionär-revanchistischen Organisationen natürlich fern.
Es ist nur eine zufällige Namensgleichheit.

LRK feiert sein hundertjähriges Bestehen

Der traditionsreiche Lübecker Ruderklub (LRK) feiert in diesen Tagen sein hundertjähriges Bestehen. Lübeck-Blog gratuliert recht herzlich und wünscht weiterhin viel Erfolg.
Wir wollen auch nicht versäumen, darauf hinzuweisen, daß Rudern nicht nur gesund ist (auch wegen der Ausübung des Sports an der frischen Luft) und fit macht, sondern daß ein guter Ruderschlag auch dazu führt, daß man Schlag bei den Frauen hat.
Wie das kommt?
Ganz einfach: Rudern stärkt die Oberarm- und Schultermuskulatur. Mit anderen Worten: Rudern macht ein breites Kreuz. Und ein breites Kreuz signalisiert Frauen, daß sie bei dem betreffenden Mann gut aufgehoben, gut geschützt sind.
Daher macht Rudern Männer attraktiver.
Also, Leute, verbessert Eure Chancen, indem Ihr dem LRK beitretet.

Marion Kirschke – die tut was

Im Zuge der unseligen Spardebatte wurden die finanziellen Mittel der Stadt für die Volkshochschule auf die Hälfte eingeschrumpft, nachdem man sich einige Angebote herausgepickt und diese populistisch als Luxuskurse gebrandmarkt hatte.
Aber die Volkshochschule existiert fort, und es gelingt ihr nach wie vor, ein attraktives Angebot zusammenzustellen.
Und wem ist das zu verdanken?
Natürlich der Intelligenz und dem Engagement ihrer Leiterin, Marion Kirschke, einer feinherben Schönheit mit liebenswürdigen, schönen, nußfarbenen Augen und formvollendeter Nasolabialfalte.
Dieser Frau werden Besucher der VHS auch in Zukunft vertrauen können.

Decken Lübecker Nachrichten Oliver Fraederich?

Aus den Lübecker Nachrichten erfahren wir, daß der Bürgerschaftsabgeordnete Oliver Fraederich vor einiger Zeit etwas Sexistisches gesagt habe und daß das nun skandalisiert werde.
Drei Artikel habe ich nun in kurzer Folge in den LN darüber gelesen, den letzten in der Ausgabe vom 25. März auf Seit 25, und in jedem dieser Artikel wurden lediglich Reaktionen auf seinen Ausfall beschrieben resp. zitiert. Die Sache selbst blieb unzitiert.
Es ist dort überdies, bezogen auf den Grund des Ärgers, von einem “Macho-Spruch” die Rede.
Man hat den Eindruck, daß die LN das Vergehen des CDU-Mannes so weit wie möglich verbergen, und wo das nicht mehr möglich ist, verharmlosen.
“Macho-Spruch” soll heißen: Ist doch nur so dahingesagt, legt doch nicht jedes Wort auf die Goldwaage.
Das Ganze scheint also ein deutliches Beispiel für die CDU-Freundlichkeit dieser “überparteilichen, unabhängigen” Publikation zu sein. Und eines für ihr mangelndes Geschick, denn begabte Journalisten würden sich nicht so einfach verraten.

Was sagt Josehine von Zastrow über Sünnewolds Initiative?

Folgendes, und zwar in einem Komentar der Kieler Nachrichten vom 25. März:

“Die ´Trave´ verkaufen? Kein neuer Vorschlag. Man kann die unvermeidlichen Reflexe schon jetzt vorhersagen.”

Das ist ja kein Wunder, wenn sie unvermeidlich sind, nicht wahr, Frau Zastrow?
Verzeihung, VON Zastrow.
Weiter im Text:

“Doch das Modell von Peter Sünnewold hat es verdient, genauer unter die Lupe genommen zu werden – bevor es in der Luft zerrissen und in die Tonne getreten wird.”

So, das ist also auch unvermeidlich. Aber warum soll man es dann erst unter die Lupe nehmen?
Aus reinem Forscherinteresse?

“Es klingt zwar kompliziert, die städtische Grundstücksgesellschaft aufzumotzen …”

Nee, klingt nich kompliziert, klingt unheimlich beknackt.

“Und es ist zu streiten darüber, ob die `Trave´ überhaupt verkauft werden soll. Doch – und das ist bitter genug – es ist der allerste Vorschlag aus der 50 Köpfe zählenden Bürgerschaft, der sich effizient mit der Lübecker Haushaltssanierung beschäftigt. Jenseits von ein paar tausend Euro.”

Da immerhin hat sie wohl recht.
Allerdings haben sich die Lübecker Nachrichten mit Feuereifer daran beteiligt, den Verschuldungsteufel an die Wand zu malen. Auch das natürlich ein Mittel des Sozialabbaus.

Ausstellung über Opfer rechter Gewalt

Am Montag wurde in der Petrikirche eine Ausstellung über Opfer rechter Gewalt eröffnet.
Hauptsächlich geht es dabei um Faschismus im weitesten Sinne.
Daß jedes Kind, daß christlich erzogen wird, ein Opfer rechter Gewalt ist, wird man geflissentlich verschweigen.

Osterfrühstück in der Marienkirche

Am Ostermontag locken die Pfaffen die Leute mit Brötchen und Kaffee in die Marienkirche.
Osterfrühstück nennt sich das.
Tja, die Menschenfischer wissen, was zu tun ist.
Also seid auf der Hut!
Laßt Euch nicht fangen!
Diese Warnung gilt natürlich nicht für die, die resistent sind.
Es gibt da ja einige Spezis, die sonntagmorgens in die Kirche gehen und sagen:
“Lieber Abendmahl als gar nix to supen.”
Diese Menschen haben meinen ganzen Respekt.

Was hat es mit der Bahn auf sich, die Pendler aus dem Eurocity wirft, was sagt Fetköter dazu, und was sage ich wiederum dazu?

Das ist doch mal eine griffige Überschrift, nicht wahr?
Aber zur Sache: Ein Lars Fetköter schreibt in den Lübecker Nachrichten vom 24. März einen Kommentar, in dem es heißt:

“”Die Bahn war drauf und dran, in die Herzen der Lübecker zu fahren.”

Kann man sich Brutaleres vorstellen?

“Die elektrische Oberleitung nach Hamburg wird verlegt,der Hauptbahnhof wird zum sanierten Schmuckstück, und Lübeck soll sogar ICE-Haltestelle werden. So sah der Fahrplan vor einer Woche aus.
Vor drei Tagen dann das Signal, die DB-Tochter Regionalbahn dürfe die Lübecker Strecken bis 2019 betreiben. Und jetzt, wo die Ausschreibung gewonnen scheint, kehrt der Konzern wieder den alten Staatbetrieb heraus: In Lübeck dürfen Pendler nicht mehr in den Eurocity von Hamburg nach Kopenhagen zusteigen. Vielleicht dürfen sie es auch, da fährt der Bahnsprecher einen Schlingerkurs, aber auf den Schildern steht `Halt nur zum Aussteigen`, zumindest ab 1. April.”

Lars Fetköter hat recht: Das ist offenbar kein Aprilscherz. Und es ist nichts als ein Zeichen für mangelnde Flexibilität sowie für die Kundenferne der Bahn.

Ratten vs. Alpha Dog

Heute um 20.00 Uhr bringen die Kammerspiele (Beckergrube 10-14) “Die Ratten” von Gerhardt Hauptmann.
Wahrscheinlich wrden die meisten, die dort sind, gezwungenermaßen anwesend sein.
Ich meine damit Schüler, die mit so etwas getriezt werden und dann eine Woche später darüber eine Klassenarbeit oder Klausur schreiben müssen.
Lehrer aber, die mehr von Kunst verstehen, nehmen ihre Klasse ins Kino mit, wo sie sich dann gemeinsam den Film “Alpha Dog” von Nick Cassavates ansehen.
Aber das dürfte leider die Ausnahme sein.

Di
27
Mrz '07

Österreicher-Stammtisch in Lübeck

Am vergangenen Freitag trafen sich – und nicht zum letztenmal – im Mövenpick-Hotel Menschen aus Österreich, die in Lübeck oder Umgebung wohnen.
Zum “Österreicher-Stammtisch”.
Na, vielleicht bin ich nächstresmal dabei.
Ich bin zwar kein Österreicher, aber ich höre sie zu gern sprechen.
Und es ist doch wunderbar kurios, daß es so einen Stammtisch gibt.

Voyage-Zirkus und Betrüger

Ab dem 29. März ist ein Zirkus namens Voyage in Lübeck zu sehen. Und der versetzt die Lübecker Polizei in Alarmbereitschaft. Nicht aufgrund etwaiger Menschen- oder Tierquälerei, sondern wegen eines kreativen Kriminellen, der den Aufenthalt des Zirkus in Wolfsburg für seine Zwecke zu nutzen verstand. Dieser Mensch besuchte in Wolfsburg und Umgebung Kindergärten, bot Ausflüge zum Zirkus an, kassierte – und blieb natürlich die Gegenleistung schuldig.
Hätte der sich, so fragt man sich, nicht ebensogut an Schulklassen bzw. deren Lehrer wenden können?
Doch, das hätte er.
Warum tat er es dann nicht?
Ich nehme stark an, weil in Deutschland, kurz gesagt, die Ausbildung zur Kindrgärtnerin eine mittlere ist, die zur Lehrerin aber eine gehobene.
Demzufolge ist bei Lehrern/Lehrerinnen eine im Durchschnitt höhere Intelligenz anzunehmen – und damit für den Täter eine höhere Wahrscheinlichkeit, aufzufliegen.
Ihr seht, der Mann hat an alles gedacht.
Bewundernswert.
Und nun glauben die Lübecker Polizisten, der Mensch werde auch hier zuschlagen.
Aber das wird er nicht. Denn wie ich eben schon andeutete: Der Mann ist ziemlich clever. Der wird sich doch nicht dothin begeben, wo das Bullauge des Gesetzes blitzblank geputzt ist. Nein, dieser Mensch wird einige Zeit nachdenken und dann nach einem neuen Plan vorgehen.
Vielleicht ja dann bei uns in Lübeck.

Obertrave: Hochwasser

Mehrfach gab es in der letzten Woche Hochwasser in und an der Obertrave. Auch für die Wallstraße wurde Hochwasseralarm ausgegeben. Natürlich wurden Halter privater PKW ersucht, diese aus der Gefahrenzone zu entfernen, und das Gebiet wurde abgesperrt.
Grund für den Ausnahmezustand war mal wieder eine steife Brise aus Nordost.

“Klima im Wandel” in der Stadtbibliothek

Die Polkappen schmelzen, die Gletscher sind wie weggelutscht, und den Aralsee hat ein grausamer Gott einfach ausgetrunken – der Klimawandel beschäftigt uns alle in immer höherem Maße. Daher hat die Leitung der Stadtbücherei Lübeck eine Ausstelllung mit dem Titel “Klima im Wandel” organisiert. Sicher eine interessante Ergänzung zum Al-Gore-Folm von der unbequemen Wahrheit.
Bei Interesse schaue man einfach in der Stadtbibliothek vorbei.
Vor allem für Schulklassen dürfte ein Besuch eine lohnende Erfahrung sein.

Werkshäuser an der Dänischburger Landstraße werden zerstört

Sie werden einfach abgerissen, und das im Alter von 98 Jahren. Statt ihrer wird in dem Bereich, so ließ wenigstens der Eigentümer Villeroy und Boch verlauten, eine Grünfläche entstehen.

Ulrich Pluschkell hat recht

Die alten Möbel in einem städischen Sizungssaal sollten unlängst gegen neue ausgetauscht werden.
Niemand schien etwas gegen dieses Ansinnen zu haben, doch dann kam Ulrich Pluschkell von der SPD.
Dieser bezeichnete das Vorhaben als kurzsichtig und argumentierte, das Mobiliar sei ein Zeugnis der Innenarchitektur der fünfziger Jahre.
Der Mann hat recht.
Solange etwas nicht besonders prunkvoll ist, wird es – wenn es weniger als hundert Jahre alt ist – von den meisten Menschen in seinem Wert nicht erkannt.
Ich kann nur hoffen, daß sich Pluschkell durchsetzt.

TT-Linie erfolgreich

Die TT-Linie, die bekanntlich Menschen und Waren nach Schweden transportiert, ist durchaus ein Erfolg. Im Jahre 2006 machte das Unternehmen einen Umsatz von 138 Millionen Euro. Das ist eine Steigerung von 12 % gegenüber dem Vorjahr.
Ausschlaggebend war dafür vor allem das Frachtgeschäft.

Aktivisten gegen Streichungen der Stadt

Städtlicherseits behauptete man bekanntlich, sparen zu müssen, und das Ergebnis war, daß kurzerhand die Abschaffung hochwichtiger Institutionen beschlossen wurde. Diese nun schließen sich zusammen und versuchen, den Beschluß der Stadt rückgängig zu machen. Es sind dies im einzelnen das Kommunale Kino, das Mädchen- und Frauenzentrum sowie die Fahrradwerkstatt Leihcicle.
Na, das Letztgenannte muß ja nun wirklich nicht sein, aber die anderen beiden Institutionen müssen bleiben, keine Frage.
Aber ihr Kampf wird vergblich sein, wenn die Unterstützung der Bevölkerung fehlt. Mit anderen Worten: KoKi und Frauenzentrum können nur dann gerettet werden, wenn an mehreren Tagen hintereinander Tausende von Lübeckern dafür auf die Straße gingen.
Und ich fürchte, das wird nichts.

Curd Tönnemann – ein Kommentator von Gottes Gnaden

Kurz vor dem SPD-Landesparteitag meldet sich ein Curd Tönnemann mit einem Kommentar in den Lübecker Nachrichten zu Wort:

“Wenn SPD-Schatzmeister Jörg Wenghöfer am Sonntag beim Landesparteitag in Neumünster ans Mikrofon tritt, hat er gute Nachrichten zu verkünden: Das Konsolidierungsprogramm der Partei mit dem Namen ´Service 21` hat von 2001 bis 2005 geholfen, 2,3 Millionen Euro an Personalkosten einzusparen. ´Wir sind im Bundesvergleich richtig gut´, wird der Kassenwart der Sozialdemokraten stolz sagen.”

Wann wird er das?
Wenn der Kommentator den Wortlaut prognostizieren kann, dann sollten auch Datum und Uhrzeit nicht fehlen.
Weiter im Text:

“Aber gut ist eben nicht gut genug. Deshalb geht es jetzt ans Eingemachte – und alle sollen finanziell bluten. Vor allem die Ortsvereine, die durchweg gut wirschaften, sollen ausbügeln helfen, was beim Landesverband fehlt: schwarze Zahlen in den Büchern.”

Die Ortsvereine sollen, Eingemachtes blutend, schwarze Zahlen ausbügeln, bis diese rot sind?

Der Mann faselt.