Archiv für den Monat: Februar 2007

HSV Hamburg und VfL Bad Schwartau – was soll das denn nun wieder?

Vor nunmehr einem halben Jahrzehnt wurde die Mannschaft des VfL Bad Schwartau dem Verein unter dubiosen Umständen entwunden und nach Hamburg verfrachtet, um dort zur Auslastung der AOL-Arena beizutragen.
Es war dies eine schwarze Stunde für den Sport in ganz Schleswig-Holstein, Herrschaften.
Und als solche sollten wir das Ganze in Erinnerung behalten.
Was aber nun als Kooperation bezeichnet wird, kommentiert ein Jürgen Rönnau in den Lübecker Nachrichten so:

“Bad Schwartau war immer schon eine Handball-Hochburg. Als sich vor fünf Jahren aber einige Funktionäre mit der Schwartauer Bundesligalizenez nach Hamburg absetzten, da schien die große Handballzeit in Lübeck vorbei zu sein. Allerdings erwies sich der VfL als Überlebenskünstler. Schon klopft man wieder an die Tür zur zweiten Liga. Und der Nachwuchs genießt ohnehin bundesweiten Respekt. Das zahlt sich jetzt aus. Die ´Auswanderer´ besinnen sich ihrer Wurzeln, der HSV und der VfL gehen eine vielversprechende Ehe ein. Davon profitieren vor allem die motivierten Talente, davon profitiert aber auch der Handball-Standort Lübeck.”

Wie aber sagte Erich Kästner:

Nie sollt Ihr so tief sinken,
von dem Kakao, durch den man Euch zieht, auch noch zu trinken.

Sollte man sich tatsächlich mit denen einlassen, von denen man einst so behandelt wurde?
Der VfL hätte auch ohne den HSV eine Chance auf die zweite Liga. Ohne den HSV und nur ohne ihn hätten die Schwartauer aber eben auch mittelfristig die Chance, wieder erstklassig zu werden. Daher wäre der VfL ein starker Konkurrent des HSV um die Gunst des Publikums.
Und ist es etwa absurd zu vermuten, daß eben das durch die Kooperation verhindert werden soll?
Vielleicht hat ja jemand beim HSV tatsächlich so weit gedacht.
Und bei den Schwartauern merkt mal wieder keiner was.
In Bad Schwartau ist Handball klar die Nummer 1. Und man hat mit Lübeck eine Großstadt im Hinergrund, die ebenfalls handballbegeistert ist. Das sind Bdingungen, unter denen die erste Liga an sich eine Selbstverständlichkeit ist.
Das kann nicht bestritten werden. Die anderen beiden großen Städte Schleswig-Holsteins haben ja Erstligisten, und zwar sogar die besten. Dabei sind die Bedingungen in Flensburg schon allein wegen der Einwohnerzahl schwieriger als in Bad Schwartau / Lübeck.

Es ist also einfach falsch, nicht auf seine eigene Kraft zu vertrauen, sondern sich statt dessen in die Obhut derer zu begeben, von denen man bereits bitterlich enttäuscht worden ist.
Das Präsidium des VfL, das sich – warum auch immer – für diesen Pakt entschied, sollte bei der nächsten Vereinsversammlung vor die Tür gesetzt werden.

Gehörlose müssen auf Gottesdienst nicht verzichten

Am vergangenen Sonntag gab es in der Dietrich-Bonhoeffer-Kapelle einen Gottesdienst für Gehörlose. Wenn ich gehörlos wäre, würde ich es als einen der wenigen Vorzüge der Sache betrachten, daß ich die Pfaffen nie und nirgends mehr hören muß (vor dem EKD-Ratsvorsitzenden Huber ist man ja sonst nie und nirgends sicher).
Aber bitte, wers mag …

Integrierte Gesamtschule Schlutup jetzt Willy-Brandt-Schule

In der vergangenen Woche beschloß die Lübecker Bürgerschaft, der Integrierten Gesamtschule Lübeck den Namen Willy-Brandt-Schule zu geben. Es geschah auf Initiative der Schlutuper Schulleitung, und die Entscheidung war einstimmig.
Einstimmig, Damen und Herren!
Auch die ganze CDU-Fraktion stimmte also dafür.
Jene Partei also, deren Mitglieder Brandt noch in den siebziger Jahren wegen dessen Warschauer Kniefall als Verräter beschimpften.
Dieser Kniefall übrigens gehört zum besten in Brandts Karriere. Der wäre, für sich genommen, vielleicht sogar ein Grund, eine Schule nach Brandt zu benennen. Andererseits:
Wo ein Willy ist, ist auch ein Brandt. Der Mann war sowohl geistigem Getränke als auch dem schönen Geschlecht in höherem Maße zugeneigt, als schicklich ist (und als ihm politisch und gesundheitlich zuträglich war).
Und so ein Mensch soll nun ein Vorbild für die Jugend sein?
Wo man doch erst vor einiger Zeit erst in unserem Land die Alkopop-Gefahr geißelte?
Und im AIDS-Zeitalter?

Und dann heißt der Leiter der Schule, der sich über das einstimmige Ergebenis mächtig freut, auch noch Schopenhauer.
Das kann doch alles nicht wahr sein.
Die Welt ist Vorstellung.

Ryanaair und die Lübecker

So werden denn nun nicht weniger als vier Flüge der Ryanair von Lübeck nach Bremen verlagert.
Die Entscheidung kam plötzlich. Eine hinreichende Begründung gibt es (zumindest nach Auffassung unseres Wirtschaftssenators mit dem passenden Namen Halbedel) nicht.

Julia Paulat sagt ihre Meinung in Sachen UKSH

Und zwar tut sie das in einem Kommentar der Lübecker Nachrichten vom 24. Februar:

“Das ist bitter für Lübeck. Schon seit Jahren führt die Stadt einen Abwehrkampf gegen die Kieler Pläne für Uni und Kliniken. Zwar war es gelungen, die Verschmelzung zu einer Landes-Universität zu verhindern. Und nun doht erneut Ungemach:”

Nicht “und”, sondern “aber”, werte Dame. Fahren Sie fort.

“Und das alles nur, weil sich die von Rot-Grün durchgeboxte Fusion beider Unikliniken als wahrer Flop erwiesen hat. Die erhofften Synergieeffekte haben sich nicht eingestellt. Im Gegenteil: Das Defizit klettert immer weiter in die Höhe. Dabei stand das Uniklinikum der Hansestadt vor der Fusion nicht einmal so schlecht da – mit einem nahezu ausgeglichenen Haushalt.
Lübeck hatte stets davor gewarnt, von der Zusammenlegung eines Gesunden mit einem Kranken Genesung zu erwarten. Und nun soll wieder etwas Neues probiert werden. So will es der Landesrechnungshof. Das ist nicht fair. Denn erneut steht der Uni-Standort zur Disposition.”

Der gedankliche Gehalt des Kommentars ist gleich null.
Und man kann sich so richtig vorstellen, wie die Dame kindisch mit dem Fuß aufstampft, während sie, zwischen Schmollen und Hysterie befindlich, sagt:
“Das ist nicht fair.”

Was sagt Sabine Latzel?

Die Lübecker Nachrichten haben eine kommunebezogene Kolumne mit dem Titel Stadtgespräch.
Autorin ist eine auf dem dem Artikel beigegebenen Foto recht kindlich wirkende junge Faru mit dem Namen Sabine Latzel.
Und was schreibt die so? Und vor allem: Wie?
Wir schauen mal in ihre Kolumne vom 25. Februar.:

“Erst ein Serienmörder, jetzt ein Amokläufer – Jobst Schlennstedt hat´ s mit den fiesen Zeitgenossen. Nach ´Linien´ hat der Diplom-Geograph seinen zweiten Lübeck-Krimi herausgebracht. Der heißt `Rausch` und beginnt damit, dass sechs Menschen in einem Lübecker Kaufhaus von einem Wahnsinnigen erschossen werden. Nicht eben erbauliche Lektüre, aber wer´s mag, folgt Kommissar Birger Andresen bei der Lösung seines zweiten Falls.”

Diese etwas verlegene Formulierung läßt den Verdacht aufkommen, daß Sabine Latzel derlei eben nicht mag und das Buch auch nicht gelesen hat.
Weiter im Text:

“”Beschäftigungsmangel muss der Ermittler nicht fürchten: Obwohl Schlennstedt nicht hauptberuflich als Autor arbeitet, hat er seinen zweiten Roman bereits ein halbes Jahr nach dem ersten veröffentlicht.”

Das ist nun allerdings sehr hübsch. Ich meine die Vorstellung von dem Autor, der seiner fiktionalen Figur Beschäftigung verschafft. Eine Vorstellung, aufgrund deren diese Figur so real wie fiktional erscheint. Frau Latzels Formulierung erinnert mich daher an John McTiernans meisterhaften Film Last Action Hero mit Arnold Schwarzenegger. Wer den Film gesehen hat, wird wissen warum, und wer ihn nicht gesehen hat, der holt das bitte bei nächster Gelegenheit nach.
Herrschaften, ich meine es doch nur gut mit Euch!
Aber wir wollen hier ja auch nochmal Frau Latzel zu Wort kommen lassen.
Folgendermaßen fährt sie fort:

“´Rausch`hat 256 Seiten, kostet 14,95, ist im Buchhandel erhältlich und kann auch bei ´books on demand´ bestellt werden.”

Das erscheint mir nun aber recht dreist.

Na, mal sehen, was die Dame noch zu berichten weiß:

“Wer einen gastgewerblichen Ausbildungsberuf ergreift, kann ständig an Wettbewerben teilnehmen – jedenfalls scheint es so, blicken wir auf die Zahl der Veranstaltungen. Jetzt fand in Neuenburg-Sachsenbande (Kreis Steinburg) die Landesjugendmeisterschaft statt, und dort haben auch zwei Lübecker Azubis Bronzemedaillen geholt …”

Der Eingangssatz dieses Abschnitts ist wieder sehr erfrischend.
Die Dame hat wirklich Talent.
Und wenn ich sie mir recht betrachte, dann ist sie auch sehr hübsch.
Ob ich mich wohl gerade frisch verliebt habe?

Schon mal Babys massiert?

Klingt reichlich pädophil, wa?
Ist aber vermutlich harmlos, oder doch zumindest harmarm.
Also:
Am Montag, 5. März beginnt im Marien-Krnakenhaus ein Kurs über Baby-Massage. Das Ganze ist für Säuglinge ab einem Alter von sechs Jahren geeignet, und nach fünfmal anderthalbstündiger Einweisung sollen die Erziehungsberschtigten in Sachen Baby-Massage fit sein.
Klingt interessant.
Würde glatt teilnehmen.
Mir fehlt nur ein geeignetes Massage-Objekt.

Eintracht Lübeck 04 versammelt sich

Genauer: Es ist die Fußball-Abteilung, die am Montag, 26, Februar, um 20.00 Uhr Versammlung hat. Und wo versammelt Ihr Euch da, Jungs (und Mädels?)?
Im Backhaus (Artleburger Straße 12)!!
Also wißt Ihr, das sagt ja schon mal wieder viel. Da ich hier unter Pseudonym schreibe, darf ich es ja sagen: Ein Drittel von Euch (mindestens) hat Übergewicht, und dann trefft Ihr Euch ausgerechnet im Backhaus, um über Eure Situation zu beraten. Das kann doch wohl nicht wahr sein!
Wenn Ihr Euch mal zusammenreißen würdet, dann würde sich auch der sportliche Erfolg einstellen, und zwar in einem Maße, von dem Ihr jetzt kaum zu träumen wagt.
Denn, das muß man sagen, am Talent fehlt es in diesem Verein sicherlich nicht.

Die Erwachsenen und die Märchen

Am Donnerstag, 1. März, wird in der Kindertagesstätte “Astrid Lindgren” am Eldeweg 8 ein Märchenabend für Erwachsene gegeben. 7 Euro kostet der Eintritt, wenn man den LN glauben darf, was vermutlich in diesem Fall so ist.
Nun werden einige fragen: 7 Euro – ist das nicht ein wenig happig?
Nein, ist es nicht, wenn man bedenkt, daß der Erlös passenderweise an UNICEF geht.
Weitere Einwände gegegen, an dieser Veranstaltung teilzunehmen?
Ja bitte, Sie alter Sack da hinten!
Was sagen Sie? Kriegen Sie doch mal die Zähne auseinander!
Ah, Sie meinen, Märchen seien nur etwas für Kinder!
Sie Blasenkopp!
Schon mal Fouques Undine gelesen?
Oder den Blonden Eckbert von Tieck?
Oder Hauffs Kaltes Herz?
Alles kein Begrif?
Na, dann lassen Sie sich mal darüber aufklären, daß alle drei meisterhafte Erzählungen der deutschen Romantik sind (die Undine war für Edgar Allan Poe gar das größte Werk der Literatur überhaupt).
Und alle drei sind Märchen.
UND alle drei sind selbstredend für Erwachsene geeignet.

So.
Diejenigen aber, die diese Erzählungen schon halb auswendig können, brauchen nicht zu befürchten, daß die betreffenden Werke am Donnerstag auf dem Programm stehen werden.
Vielmehr gilt es, Fremdes, Fernes, Neues zu entdecken: Märchen aus Afrika und dem Orient.
Übrigens ist mir bislang gar nicht klar gewesen, das es eine Kindertagesstätte mit dem Namen Astrid Lindgren gibt.
Das erinnert an die Praxis, Kasernen zu Ehren von Menschen nach diesen zu nennen, freilich in der Geschichte der Bundesrepublik vorzugsweise nach reichlich zwielichtigen Typen.
Und was eben staatlich geprüften Berufskillern ihre Hindenburg (der Mann, der Hitler zum Reichskanzler ernannte) usw. sind, das sollten den Betreibern von Kindertagesstääten, Erhaltern und Entfaltern des Lebens also, in der Tat Kinderbuchautoren sein.
Das gefällt mir.
Das sollte Schule machen.
Oder hat es schon?

Schlutuper auf zur Stadtteilkonferenz

Es ist ein offizieller Termin der Hansestadt Lübeck: Die Stadtteilkonferenz in Schlutup, die am Montag, am 26. um 19.00 Uhr, im Clubheim des TSV stattfinden wird (Palinger Weg 56 a).
Den LN zufolge wird die Vorstellung der Stadtteilplanung der Haupttagesordnungpunkt sein.
Referent dazu ist Senator Franz-Peter Boden.
Also kommt zuhauf, Leute!
In Lübeck werden die Bürger ja in letzter Zeit immer mehr in die Entscheidungen eingebunden, siehe Fußgängerzone.
In dieser Schlutup betreffenden Angelegenheit wird das Volk zwar nur beratende Funktion haben. Aber andererseits: Was heißt hier “nur beratend”?
Ihr habt die Möglichkeit, Druck auszuüben!
Ihr seid schließlich Wähler, und in gut einem Jahr sind Kommunalwahlen.

Meinungsforschungsinstitut Forsa stellt Sonntagsfrage für Lübeck

Noch sind es 15 Monate bis zur nächsten Kommunalwahl. Dennoch hat das Meinungsforschungsinstitut FORSA Lübeckern schon mal die Sonntagsfrage gestellt, wie das auf Bundesebene üblich ist.
Die hiesigen Politiker kommentieren das Ergebnis, das übrigens die SPD bei 35 und die CDU bei 43% sieht, gegenüber den LN gewissenhaft und kommen offenbar nicht auf die Idee, die ganze Aktion in Frage zu stellen.

Dann muß ich das eben übernehmen: Für eine solche Umfrage braucht man, wenn sie seriös sein soll, mindestens 2000 Leute, auf Bundesebene zumindest. Natürlich nicht irgendwelche Leute: Repräsentativ muß die Umfrage sein. Männer und Frauen, Junge und Alte, Arme und Reiche müssen angemessen berücksichtigt sein. Ebenso die unterschiedlichen Berufszweige und Regionen. In Lübeck nun gibt es den einen oder anderen Berufszweig nicht, den es auf Bundesebene gibt: Da zum Beispiel Lübeck eine Großstadt ist, gibt es hier wohl kaum Landwirte. Außerdem befindet sich Lübeck ja nur in einer Region, so daß man bei der Zusammenstellung der repräsentativen Gruppe (Stichprobe) auch darauf keine Rücksicht nehmen muß.
Alles andere aber muß berücksichtigt werden, und das bedeutet, daß für die Sonntagsfrage (“Was würden Sie wählen, wenn am kommenden Sonntag Wahl wäre?”) zwar nicht 2000, aber doch deutlich über 1000 Menschen gebraucht werden.
Die müssen in einem aufwendigen Verfahren ausgewählt werden, sowie, wenn sie zum Antworten bereit sind, befragt werden, und schließlich müssen die Ergebnisse ermittelt und ansehnlich präsentiert werden.
Auf Bundesebene sieht das übrigens so aus: Große Zeitschriften geben die Umfragen in Auftrag und zahlen dafür.
Aber was nun Lübeck betrifft: Wer soll denn da für eine seriöse Umfrage gezahlt haben?
Der Artikel in den LN gibt darüber keinen Aufschluß.
Wenn die Zeitung die Umfrage selbst in Auftrag gegeben hätte, dann hätte sie es doch wohl stolz vermerkt.
Damit das ganz klar ist: Eine seriöse Umfrage kostet viel Geld. Auf Bundesebene kann man sich seriöse Umfragen leisten, auf kommunaler Ebene doch wohl nicht, auch selten nicht.
Es spricht für sehr geringe Kritikfähigkeit der hiesigen Kommunalpolitiker, daß sie so eine Sache nicht in Frage stellen.

Ich werde der Sache natürlich nachgehen.
Bei den LN und bei Forsa.
Und Euch dann natürlich informieren.
Der Verdacht, daß hier mit unzureichenden Mitteln gearbeitet, mit einem Wort: gepfuscht wurde, stellt der LN-Artikel in den Raum, ohne es zu wollen.
Dem ist auf den Grund zu gehen.

Zum Interview der Lübecker Nachrichten mit Bürgermeister Bernd Saxe

In der LN-Ausgabe vom 25. Februar findet sich ein Interview mit dem Bürgermeister. Und was für eine geniale Eingangsfrage ließ man sich dafür einfallen?

“Herr Saxe, können Sie bei dem Schuldenberg noch ruhig schlafen?”

Wirklich nicht originell.
Saxe aber antwortete:

“Sicher kann ich ruhig schlafen. Die Schulden sind dramatisch hoch, darauf habe ich immer hingewiesen. Aber wir sind auf dem richtigen Weg. Man erkennt auch, daß erste Ansätze zu einer Entspannung der Finanzlage in den Blick kommen.”

Tja, auf eine Null-Frage gibt es eben eine Null-Antwort.
Und den Rest des Interviews sparen wir uns.

Montagsdemonstrationen gegen Hartz IV

Im Jahre 2004 waren sie bundesweit ein großes Medienthema: die Montagsdemonstrationen gegen Hartz IV. Jeden Montag gingen Menschen in deutschen Städten gegen den Sozialabbau auf die Straße. Aber immer mehr waren bald von der Vergeblichkeit ihres Tuns überzeugt und blieben zuhause. Dabei wird es im übrigen kaum eine Rolle gespielt haben, daß manche behaupteten, man würde mit der Bezeichnung “Montagsdemonstrationen” die Erinnerung an die Leipziger Montagsdemonstrationen entweihen. Jene gegen die DDR gerichteten Demonstrationen von “Bürgerrechtlern” und anderen also.

In vielen Städten gibt es heute keine Montagsdemonstrationen mehr.
Anders in Lübeck. Hier harren verantwortungsvolle Bürger auch bei üblem Wetter aus und leisten vor Karstadt Aufklärungsarbeit. Unter anderem darüber, welche Lebensbdingungen für viele Menschen aus Hartz IV folgen. (Es sind Bedingungen, mit denen die dafür Verantwortlichen aus Politik und Wirtschaft noch nie konfrontiert waren. Aber wer bei Gelegenheit bereit ist, Menschen in Kriege zu schicken bzw. ganze Landstriche bombardieren zu lassen, der schreckt natürlich nicht vor Schnitten ins soziale Netz zurück.)
Im übrigen wird auch darüber aufgeklärt, daß es ein Märchen ist, daß Hartz IV wirtschaftlich notwendig sei.
Also, die Aktionen in Lübeck können Vorbildcharakter haben. Mögen die Demonstrationen auch anderswo in Deutschland wieder aufleben.

St. Jacobi soll schöner werden

Nach der Sanierung der Marienkirche ist nunmehr St. Jacobi dran. Die sogenannte Seefahrerkirche ist in einem beklagenswerten Zustand, und das ist weithin sichtbar.
Es wird übrigens einige Zeit dauern: Bis Mitte März wird man brauchen, um die nötigen Gerüste aufzubauen, dann kann es erst richtig losgehen.
Wenn jetzt jemand meint, Lübeck sei doch hochverschuldet und könne sich derlei nicht leisten, dann ist zu erwidern:
Für die Instandhaltung des kulturellen Erbes muß man schon mal tiefer in die Tasche greifen, denn es geht um die Identität Lübecks.

Etat im Zwielicht

Nicht nur der Haushalt für 2007 ist in dergangenen Woche verabschiedet worden, sondern auch der für 2008. Doppelhaushalt nennt sich das. Das Defizit allein für 2007 liegt bei 150 Millionen Euro.
Man kann die Menschen ja immer schwer beeindrucken, wenn man mit solchen Zahlen hantiert. Besonders beeindruckend wird es, wenn man man behauptet, Lübeck habe insgesamt 484 Millionen Schulden.
Ich muß gestehen, daß mir diese Zahl keine schlaflosen Nächte bereitet.
Eine Stadt wird schließlich nie Insolvenz anmelden müssen.
Man macht mit solchen Zahlen Panik, um notwendige Leistungen in den Bereichen Kultur und Soziales einstellen zu können.

Lübecker! Nennt man so seine Kinder?

Ein Blick in die hiesigen Familienanzeigen verrät uns, was den Lübeckern heutzutage so einfällt, wenn es darum geht, Kindern Namen zu geben.
Folgendes:

Till-Jerik
Doch, das hat was. Klingt hell, schnell, schlau und hat Stil.
Was gibt es noch zu begutachten?

Mariella Margareta
Warum nicht gleich Margarine dazu als dritten Namen? Habt Ihr auch bedacht, liebe Eltern, daß der Mensch gezwungen ist, gerade in jungen Jahren sehr oft seinen Namen zu nennen? Soll Eurem Töchterchen alsbald ein breites Maul wachsen?

Jannis Christopher
Na, das ist doch schon nicht mehr ganz so schlimm. Aber warum eigentlich immer Doppelnamen? Hat hier die weibliche Namendopplungs-Manie abgefärbt?

Lina Marie
Schon wieder einer. Und diese Lina Marie ist ein Mensch, der namenstechnisch dazu verdammt ist, ewig niedlich zu sein.

Jolina
Na endlich mal ein solitärer Name. Aber erinnert zu sehr an die kuhäugige, vulgärlippige, spinnnenbeinige Angelina Jolie.

Und zum guten Schluß ist

Johanna
zu nennen. Dagegen ist nichts einzuwenden.

Namen, liebe Lübeckerinnen und Lübecker, können das Leben erlkeichtern, können aber auch eine schwere Hypothek sein. Gebt Euch also mal ein wenig mehr Mühe, und macht nicht jede Namensmode mit!

Vfb gegen den HSV ein Stück von der Bestform entfernt

Und zwar ein Riesenstück. Die Zweite des HSV ist eine unerfahrene Mannschaft. Gegen die zuhause 1:4 verlieren – darauf muß man erstmal kommen.
Die VfB-Spieler werden den Gegner ja wohl kaum unterschätzt haben.
Also was war los?
Ein kleiner feuchtfröhlicher Vereinsausflug am Tag zuvor?
Ach was, sowas gibt es doch heute nicht mehr, werden jetzt einige antworten.
Und wahrscheinlich haben sie recht. Aber ich habe keine andere Erklärung für diese katstrophale Leistung. Denn daß die Mannschaft gegen den Trainer spielt, können wir doch wohl ausschließen, oder?
Und man muß sich auch über folgendes wundern:
Trotz dieser Niederlage ist der Aufstieg immer noch drin. Denn es gibt in dieser Saison in dieser Liga keine Manschaften, die sich oben absetzen können.
Aber langsam fragt man sich, ob man DIESEM VfB den Aufstieg überhaupt noch wünschen soll.

Rüdiger Wenzel in den Lübecker Nachrichten zu den Protesten gegen die Rente mit 67

Dieses unser Blog als Bollwerk der Aufklärung beschäftigt sich wieder mit einem Kommentar der Lübecker Nachrichten, diesmal mit einem von einem Menschen, der sich Rüdiger Wenzel nennt. Der Kommentar erschien in der Ausgabe vom 25. Februar, und ich zitiere gnadenlos:

“Sind der DGB und seine Funktionäre nicht in der Lage, fünf oder zehn Jahre in die Zukunft zu denken und zu planen? Der wütende Protest gegen die Rente mit 67 lässt daran zweifeln.”

Der Protest läßt daran zweifeln, daß sie unfähig sind.
Tssssssssssssss.
An der Unfähigkeit Wenzels dagegen kann kein Zweifgel bestehen.
Weiter im Text:

“Aus Sicht der älteren Arbeitnehmer von heute ist dieser Kampf ja noch verständlich. Wer damit rechnen muß, später mit 60 aus dem Job gedrängt zu werden und keinen neuen Arbeitsplatz zu finden, für den hieße Erhöhung des regulären Rentenalters nur längere Arbeitslosigekeit und höhere Verluste bei vorgezogenem Ruhestand.
Wie oft aber muss man daran erinnern, dass die Rente mit 67 erst in 21 Jahren Tatsache sein wird? Dass die Erhöhung der Altersgrenze für eine abschlagsfrei Rente über 65 hinaus erst 2012 beginnt – und zwar eher sanft, mit einem Monat pro Jahr? Dass bis dahin also noch fünf Jahre und mehr Zeit ist für Politik und Wirtschaft, sich darauf einzustellen?”

Erinert sich noch jemand an den ersten Absatz? Dort hatte Wenzel nahegelegt, Gewerkschafter könnten nicht in die Zukunft denken (wenn er es auch nicht ausdrücken kann).
Nun aber betont der Kommentator, daß die neuen Regelungen erst in Jahren greifen werden. Er belegt also, daß Gewerkschafter eben die Fähigkeit haben, die er ihnen abspricht.
Was für ein …
Ich will mir keine Beleidigungsklage einhandeln.

Jürgen Feldhoff hat recht

Herrschaften, ist es denn zu glauben?
Da ist das filmische Meisterwerk Hannibal Rising von Richard Harris / Peter Webber allenthalben verständnislos verrissen worden, und ausgerechnet in den Lübecker Nachrichten findet man eine Ausnahme. Jürgen Feldhoff heißt der Rezensent, und in den LN vom 15. Februar äußert er sich auf Seite II des Magazins unter anderem wie folgt:

“”Sein (Webbers, Anmerkung des Zitierenden) Film besticht durch seine Ästhetik, die Bilder sind unterkühlt und manchmal ganz einfach märchenhaft schön (…)
Webbers Film ist blutig, er ist brutal – und er ist dennoch subtil, er zeigt sozusagen erlesene Scheußlichkeiten. Das große Kapital des Films aber liegt in seinen vorzüglichen Darstellern …”

Natürlich sind Brutalität und Subtilität schon deshalb keine Gegensätze,weil es ja nicht der Film ist, der brutal ist, sondern das Dargestellte.
Nur eine von vielen Schwächen der Rezension.
Dennoch: Dieser Feldhoff hat Geschmack. Und arbeitet trotzdem bei den Lübecker Nachrichten. Nicht zu fassen.

Kea Busemann ein großes Judo-Talent

“Kea Busemann” ist ein sonderbarer Name. Der Vorname ist der Name einer neuseeländischen Papageienart, der Nachname klingt reichlich zwittrig, nicht wahr?
Und dennoch ist der Name seltsamerweise schön, aber das nur am Rande.
Kea ist eine hochbegabte Judo-Kämpferin und wurde jüngst zurecht und souverän Landesmeisterin in der Klasse bis 29 kg.
Vielleicht hat sie ihre Gegnerinen ja schon immer mit ihrem Aussehen abgelenkt, denn Kea ist ein außerordentlich schönes Kind Lübecks und verspricht eine noch schönere Frau zu werden.
Zurück zum wesentlichen: Man könnte ihr ja jetzt schon eine große Karriere prophezeien, aber es kommt ja nun noch die Pubertät dazwischen, in der die Blagen auf all das zu pfeifen pflegen, was ihnen bis dahin heilig war.
Na ja, vielleicht behält sie ja dennoch das Interesse an diesem schönen und nützlichen Sport, und an dieser Stelle zeigt sich, daß ich doch nicht gar so weit vom Thema abkam, als ich die Schönheit des Kindes rühmte:
In ein paar Jahren wird ihr Äußeres natürlich Anlaß für Belästigungen sein. Wenn sie aber ihre Judo-Skills ausbaut, wird sie sich jederzeit allein auf die Straße trauen können: Eine Judo-Meisterin braucht keinen zu sogenannter oder auch sexualisierter Gewalt neigenden Mann zu fürchten.

Invasion der Fischotter

In letzter Zeit sind einem Bericht der Lübecker Nachrichten zufolge in Lübeck und Umgebung mehrere Fischotter überfahren worden. Das ist zwar außerordentlich traurig, aber dahinter steht ja eine gute Nachricht:
Das ist die, daß der Eurasische Fischotter, von dem lange Zeit wohl zurecht annahm, er sei in unserer Gegend ausgestorben, wieder hier lebt.
Das ist höchst erfreulich, zumal es keine knuffigere Gestalt gibt als eben diesen Fischotter:
Langgezogen und kurzbeinig wie alle Marder, breit in der hinteren Körperhälfte, lustige Schnauze mit wilhelminisch wirkendem Bart, Stubsnäschen, wache kleine Augen und ein Gesichtsausdruck, der ebenso rigoros wie verspielt wirkt.
Und unendlch verspielt sind die Fischotter zu Wasser und zu Lande tatsächlich. Das heißt: Sie pfeifen bei jeder Gelegenheit auf die sogenannte oder auch Zweckhaftigket des Daseins.
Das beweist ihren hohen psychischen Entwicklungsgrad.
Kurz: Fischotter sind Wesen, denen man mit größtem Respekt begegnen sollte und deren Auftauchen bei uns über die Maßen erfreulich ist.

Und schon wieder Jens Ehlers

Diesmal zum Alkoholverbot für Fahranfänger in den Lübecker Nachrichten vom 15. Februar:

“Trinken und Fahren paßt nicht zusammen.”

Das geht ja schon gut los, Ehlers. Nicht “passt”, Ehlers, sondern “passen”. Können Sie denn nicht mal Einzahl und Mehrzahl auseinanderhalten? Auch Trinken und Schreiben passen nicht zusammen.
Weiter im Text:

“Mit dieser Begründung hat sich die Bundesregierung zu einem absoluten Alkoholverbot für Führerscheinneulinge durchgerungen. Wer wollte da nicht Beifall klatschen. Vor allem junge Männer überschätzen sich, gehen hinter dem Steuer zu hohe Risiken ein, sind an tödlichen Unfällen überdurchschnittlich beteiligt. Richtig also der Kabinettsbeschluss, der leider viel zu spät kommt.”

Was Ehlers offenbar nicht weiß:
Die Bundesregierung hat sich nicht zu einem Alkoholverbot durchgerungen, weil sie derlei nicht verbieten KANN. Sie hat lediglich die Gesetzesinitiative.
Offenbar braucht Ehlers Nachhilfe im Fach Staatsbürgerlicher Unterricht.

Michael Kreutzfeldt haut in den Sack

Der Spielertrainer von RW Moisling ist nicht nur ein guter Trainer, sondern nach wie vor auch als Spieler eine Stütze der Mannschaft.
Dennoch wird er als Spieler nach Saisonende aufhören. Das bedeutet für die Mannschaft, daß sie jemanden ersetzen muß, der Übersicht, Technik UND Willenskraft hat.
Leicht wird das nicht.

Lübecker Nachrichten propagieren Speicheltest

Und zwar machen sie das am 16. Februar auf Seite 11 (eingangs des Lokalteils) so:

“Mund auf zum Speicheltest: Hunderte helfen der Polizei”

So lautet die Schlagzeile.
Weiter heißt es dort:

“Suche nach dem Sextäter: Am ersten Tag der Untersuchung sammelte die Polizei gestern mehrere hundert Genproben von den Bewohnern in St. Lorenz-Nord.”

Tja, denn im Kampf gegen den Datenschutz sind die Lübecker Nachrichten immer in der ersten Reihe dabei.

Die Lübecker Nachrichten, Hanno Kabel und der Bio-Boom

In den Lübecker Nachrchten vom 16. Februar erschien ein Kommentar eines Hanno Kabel zum “Bio-Boom”. Diesen Kommentar sollten wir uns wirklich mal näher ansehen, wenigstens einen Teil davon:

“Die industrielle Lebensmittelproduktion der letzten Jahrzehnte ist eine Erfolgsgeschichte: Der Hunger ist bei uns besiegt, die Lebenserwartung steigt, die Lebensmittel sind immer billiger geworden. Ohne diese Erfolge könnten wir es uns nicht leisten, einiges an der `konventionellen´Landwirtschaft und Verarbeitung wieder in Frage zu stellen.”

Erstaunlich gut soweit. Sollte das etwa so weitergehen?

“Jetzt, da wir genug zu essen haben, fallen uns zwei Dinge auf. Erstens: Billige Lebensmittel machen uns satt, aber nicht glücklich. Fast hätten wir vergessen, dass es auch auf den Geschmack ankommt. Zweitens: Wir haben uns die Natur nicht nur untertan gemacht, sondern sie misshandelt und ausgebeutet. Überdüngte Gewässer, verödete Ackerränder, ausgelaugte Böden und tagelange Tiertransporte gehören zu den traurigen Kollateralschäden unserer Landwirtschaft und Lebensmittelverarbeitung.”

So, nun ist also doch noch Unsinn daraus geworden. Man muß sie nur lange genug reden lassen. Daß in der Aufzählung ausgerechnet das weitaus Schlimmste, nämlich die Tiertransporte, an letzter Stelle steht, läßt uns schon erheblich an den Fähigkeiten des Verfassers zweifeln.
Und seine Erklärung für die Beliebtheit von Bio ist ja wohl kaum die richtige. Jetzt sind wir satt und besinnen uns daher?
Hat man hier in den neunziger Jahren noch Hunger gelitten?
Nein, noch nicht mal in den Fünfzigern.
Also, Herrschaften, mal wieder alles nicht durchdacht.

Maike Schirmer auf dem Weg zum Star

Maike Schirmer ist die beste Spielerin der Handball-A-Jugend des VfL Bad Schwartau. Das sollte nicht bezweifelt werden.
Und die Sechzehnjährige mit dem sonnigen Gesicht, denn hellblauen Augen und der Naturkrause ist zurecht Nationalspielerin. Als nächstes steht für sie die Europameisterschaft auf dem Programm, und das Lübeck-Blog wünscht auch dafür alles Gute.

Böse Unterstellungen der FDP?

Daß man seitens der hiesigen FDP Absprachen von Bürgermeister Saxe und der CDU-Fraktion nahelegt – entbehrt das nicht jeder Grundlage?
Es ist einfach illegitim, Gerüchte zu streuen.
Man sollte den Mund halten, wenn man keine Beweise hat.

Das Lübeck-Blog wählt das schönste Mitglied der Lübecker Bürgerschaft

Das war doch wirklich überfällig: Endlich wählt das Lübeck-Blog das schönste Mitglied der Lübecker Bürgerschaft. Aber nicht nur die Nummer 1 wird hier gekürt, nein, auch Silber und Bronze werden vergeben.
Und los geht es:
Bronze geht an zwei gleichauf liegende Damen:
Gabriele Schopenhauer von der SPD mit ihren außerordentlich sanften Augen, ihren vollen Wangen und harmonischen Gesichtszügen.
Außerdem Lieselotte von Holt (Grüne).
Aristokratische Strenge und verhaltene Erotik prägen ihre Präsenz.
Silber geht eindeutig an Anja Beidatsch von der CDU, deren frischer Teint vollkommen auf Haar- sowie Augenfarbe abgestimmt ist.

But the winner is:

Adelheid Oldenburg, ebenfalls CDU (zu meinem Leidwesen).
Recht burschikos und dennoch weiblich wirkt sie, die leuchtenden, klaren Augen sind stets hellwach, der Schwung ihrer Lippen ist atemberaubend – eine wunderbare Erscheinung.
Nun werden manche einwenden, die sei doch 65, und fragen, ob ich wohl gerontophil sei oder sowas?
Nen, bin ich nicht, aber einigen Frauen gelingt es eben, das, was biologisch ein Verfallsprozeß ist, in einen kulturellen Reifungsprozeß umzuwidmen.
Frau Oldenburg ist dafür das beste Beispiel.
Andere werden vielleicht einwenden, hier würden ja überhaupt keine Männer genannt.
Na gut – die sollen andere beurteilen. Also ran an das Blog, Mädels! Der Hotte hat seine Schuldigkeit getan.

Lübeck als Vorreiter im Hochschulbereich

Selbst Ursula “Saftpresse” von der Leyen findet, daß Kitas nicht nur Aufbewahrungsort für Kinder sein sollten. Sie sollten vielmehr auf die Schule vorbereiten.
Fast könnte man hinzufügen: nach Lübecker Vorbild. Denn was anderswo noch utopisch klingt, ist hier längst der Fall, wie sogar den LN aufgefallen ist.
Also: Das vielgebeutelte Lübeck kann hier mal als leuchtendes Beispiel fungieren.

Jens Ehlers in den Lübecker Nachrichten zum Truppenrückzug aus dem Irak

Das Lübeck-Blog ist neben vielem anderen eben auch die fünfte Gewalt. Das heißt, hier werden die Lübecker Nachrichten kontrolliert.
In diesem Artikel anhand eines Kommentars von Jens Ehlers vom 22. Februar über den britischen Truppenabzug aus dem Irak.
Zitat:

“Ausgerechnet zu dem Zeitpunkt, da die USA mit einer erneuten militärischen Kraftanstrengung das Blatt im Irak wenden wollen, kündigen Großbritannien und Dänemark eine Reduzierung ihrer Truppen an. Vor allem der Plan des britischen Premiers Blair muß für Bush wie ein Schlag in die Magengrube sein. Gilt London doch als der wichtigste und treueste Verbündete. Und nun das.”

Dieses “Und nun das” ist so überflüssig wie trottelig.
Im übrigen hat der Kommentator offenbar nichts, aber auch rein gar nichts zu sagen.

Lieblingssatz in den Lübecker Nachrichten

Zu finden ist dieser Satz in der Ausgabe vom 9. Februar, und zwar auf Seite II des Magazins:

“Seit Annette Rexrodt von Fircks vor 9 Jahren mit der Diagnose Brustkrebs konfrontiert wurde, läßt sie das Thema nicht mehr los.”

Wer hätte das gedacht?
Was geht Menschen, die solche Sätze schreiben, eigentlich durch den Kopf?

Fast zu schweigen davon, daß doch wohl nicht gemeint ist, daß sie das Thema nicht mehr loslasse, sondern daß umgekehrt das Thema sie nicht mehr loslasse.