Vor nunmehr einem halben Jahrzehnt wurde die Mannschaft des VfL Bad Schwartau dem Verein unter dubiosen Umständen entwunden und nach Hamburg verfrachtet, um dort zur Auslastung der AOL-Arena beizutragen.
Es war dies eine schwarze Stunde für den Sport in ganz Schleswig-Holstein, Herrschaften.
Und als solche sollten wir das Ganze in Erinnerung behalten.
Was aber nun als Kooperation bezeichnet wird, kommentiert ein Jürgen Rönnau in den Lübecker Nachrichten so:
“Bad Schwartau war immer schon eine Handball-Hochburg. Als sich vor fünf Jahren aber einige Funktionäre mit der Schwartauer Bundesligalizenez nach Hamburg absetzten, da schien die große Handballzeit in Lübeck vorbei zu sein. Allerdings erwies sich der VfL als Überlebenskünstler. Schon klopft man wieder an die Tür zur zweiten Liga. Und der Nachwuchs genießt ohnehin bundesweiten Respekt. Das zahlt sich jetzt aus. Die ´Auswanderer´ besinnen sich ihrer Wurzeln, der HSV und der VfL gehen eine vielversprechende Ehe ein. Davon profitieren vor allem die motivierten Talente, davon profitiert aber auch der Handball-Standort Lübeck.”
Wie aber sagte Erich Kästner:
Nie sollt Ihr so tief sinken,
von dem Kakao, durch den man Euch zieht, auch noch zu trinken.
Sollte man sich tatsächlich mit denen einlassen, von denen man einst so behandelt wurde?
Der VfL hätte auch ohne den HSV eine Chance auf die zweite Liga. Ohne den HSV und nur ohne ihn hätten die Schwartauer aber eben auch mittelfristig die Chance, wieder erstklassig zu werden. Daher wäre der VfL ein starker Konkurrent des HSV um die Gunst des Publikums.
Und ist es etwa absurd zu vermuten, daß eben das durch die Kooperation verhindert werden soll?
Vielleicht hat ja jemand beim HSV tatsächlich so weit gedacht.
Und bei den Schwartauern merkt mal wieder keiner was.
In Bad Schwartau ist Handball klar die Nummer 1. Und man hat mit Lübeck eine Großstadt im Hinergrund, die ebenfalls handballbegeistert ist. Das sind Bdingungen, unter denen die erste Liga an sich eine Selbstverständlichkeit ist.
Das kann nicht bestritten werden. Die anderen beiden großen Städte Schleswig-Holsteins haben ja Erstligisten, und zwar sogar die besten. Dabei sind die Bedingungen in Flensburg schon allein wegen der Einwohnerzahl schwieriger als in Bad Schwartau / Lübeck.
Es ist also einfach falsch, nicht auf seine eigene Kraft zu vertrauen, sondern sich statt dessen in die Obhut derer zu begeben, von denen man bereits bitterlich enttäuscht worden ist.
Das Präsidium des VfL, das sich – warum auch immer – für diesen Pakt entschied, sollte bei der nächsten Vereinsversammlung vor die Tür gesetzt werden.

