Lübeck-Blog: Das Weblog von Lübeckern für Lübecker

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Sa
27
Jan '07

Bad Schwartau auf dem Weg nach oben

Der VFL Bad Schwartau ist eine Klasse für sich in der Oberliga. 10 Spiele, 10 Siege, und im Durchschnitt mit mehr als 12 Treffern Differenz. Das ist tatsächlich ein Zwei-Klassenunterschied, wenn man es recht bedenkt, zwischen dem VFL und dem Mittelmaß der Liga.
Zum Tabellenzweiten Todesfelde, der es im Schnitt auf 6 Tore + bringt, ist es immer noch ein Ein-Klassen-Unterschied.
Bleibt also die Frage:
Was hat der VFL in dieser Liga verloren?
Natürlich wird er aufsteigen, aber die Regionalliga könnte er ebensogut überspringen.
Also: Die Zeiten bessern sich (nach der allbekannten Katastrophe vor einem halben Jahrzehnt, wo man sich wahrscheinlich über den Tisch ziehen ließ, nur um dann übers Ohr gehauen zu werden).

Pfandflaschen-Sammler in Lübeck

Schaut Euch doch nur mal um, Lübecker. Überall in der Innenstadt stößt man auf Menschen, welche die Hälse recken, sobald sie an einem Mülleimer vorbeikommen. Pfandflschen-Sammler sind es, uns ihre Ausbeute ist spärlich. Betrachten wir das, was sie tun, nun einfach mal als Arbeit. Mit welchem Stundenlohn wäre dann zu rechnen?
Na, wenn sie Glück haben, dann finden sie alle fünf Minuten eine verwertbare Flasche. Das macht ihre Tätigkeit zum 1-€-Job.
Ein Euro für eine Stunde Arbeit. Macht Euch mal klar, was das für ein Elend ist. Dazu kommt noch die Demütigung, so etwas öffentlich tun zu müssen.
Und wenn die Sammelndenen diese Demütigung nicht bemerken, dann deshalb, weil sie vollkommen verwahrlost sind.
Hartz 4 wird derweil als Erfolg gefeiert. Es ist durchaus passend, daß das Ganze nach einem inzwischen verurteilten Verbrecher benannt ist.

Fr
26
Jan '07

Herrentunnel Millionentunnel

Es sind nun anderthalb Jahre her, daß der Herrentunnel mit viel Bohei eröffnet wurde.
Und nun ist es soweit: Der zehnmillionste Autofahrer passierte den Tunnel.
Das wird zwar offiziell als Erfolg verkauft, aber ob man sich insgeheim mehr versprochen hat, das wird man immerhin mal kritisch fragen dürfen.

Mi
24
Jan '07

Lübeck feiert den 300. Todestag Buxtehudes

Dietrich Buxtehudes.
In diesem Jahr.
Da feiere ich mit, denn wäre er noch älter geworden, hätte er uns ja noch mehr Ohrenverklebendes hinterlassen.

Di
23
Jan '07

Weihnachtsfeindlichkeit beendet

Wegen Lübeck, und nur wegen Lübeck, dieser meiner geliebten Heimatstadt, habe ich meine Weihnachtsfeindlichkeit aufgegeben.
Ich bin kein Christ und halte das ganze Weihnachtsfest für Kokolores und Gefühlsterror.
Als ich als mal wieder bei Gelegenheit gegenüber Freunden davon zu sprechen anfing, erwiderte einer von ihnen ungefähr folgendes:

“Du bist doch ein großer Lübeck-Fan. Eben deshalb schreibst Du ja auch in diesem Blog.
Was wäre aber Lübeck ohne Niederegger?
Und was wäre Niedegger ohne das Weihnachtsfest?
Immer wenn einem kein Geschenk einfällt, und das ist ja meistens der Fall, schenkt man eben irgend etwas aus dem reichhaltigen Niederegger-Angebot.
Und von diesem boomenden Weihnachtsgeschäft alle Jahre wieder lebt das gute Haus.”

Dieser Argumentation konnte ich mich nicht verschließen. Also bitte, Niederegger und Lübeck zuliebe feiere und schenke ich dann eben in Zukunft mit.

Handballfieber in Lübeck

In diesem Lande läuft zur Zeit eine Weltmeisterschaft, obwohl man es in den meisten Gegenden Deutschlands kaum mitbekommt.
Ganz anders sieht es bei uns in Schleswig-Holstein aus, wo Handball bekanntlich Volsksport ist.
Also, auch die Lübecker sollten am Ball bleiben und der Mannschaft ihres Vertrauens die Daumen drücken.
Es muß ja nicht die deutsche sein, die wirklich außerordentlich unsympathisch ist.

Kyrill in Lübeck

Die Stürme haben aber auch sonderbare Namen.
Kyrill – das erinnert an die kyrillische Schrift, das wirkt fremdartig und bedrohlich.
Aber was bleibt, nachdem er hier ein wenig rumgepustet hat?
Die Schäden halten sich in engen Grenzen, aber der Orkan war doch stark genug, um ein paar Dachdecker mehr in Lohn und Brot zu setzen.
(Vielleicht könnten die ihre Aufgabe ohne weiteres orkanfest erledigen, aber dann wären sie ja schön blöd.)

Sehen wir nun aber das Positive:
Was steht alles noch?
Der Speicher,
das Holstentor,
die Marienkirche,
das Rathaus.
Damals wurde eben noch für die Ewigkeit gebaut.

Wer jetzt behauptet, dieser und der vorangegangene Artikel seien unter dem Einfluß von Kokain geschrieben worden – also, den verklage ich!
(Diese Pilze sind übrigens eine ganz natürliche Sache.)

Lübecker resp. Verehrte Lübeckerinnen, werte Lübecker!

Reißt Euch mal zusammen!
Diese unserer Stadt war einmal eine Weltstadt.
Sie war das Zentrum der Hanse, aber wem sage ich das?
Sie wäre der Stolz Deutschlands gewesen, wenn es damals schon Deutschland und Nationalstolz gegeben hätte.
Tja, da guckt Ihr überrascht aus der Wäsche, wie?
Beides gab es damals noch nicht:
Kein Deutschland, sondern ein Heiliges Römisches Reich, dem nur kurze Zeit und durchaus unpassenderweise der Beiname “Deutscher Nation” anhaftete;
und keinen Nationalstolz, denn der ist eine Erfindung wesentlich späterer Zeit, und er diente bekanntlich in zwei Weltkriegen, die ohne ihn nicht möglich gewesen wären, dazu, die Menschen, die drauf und dran waren, ihre Ausbeuter in die Wüste zu schicken, statt dessen gegeneinander aufzuhetzen,
aber ich schweife ab.
Was ich sagen wollte, Lübecker:
Dieses Erbe, das der großen Hansestadt nämlich, verpflichtet.
Unter anderem dazu, keine Hatz auf Nichtdeutsche oder aber Deutsche afrikanischer Herkunft zu machen oder Synagogen anzuzünden.
Wie meinen, lieber aufgeweckter Leser?
Gegen diese meine Worte gäbe es zwei Einwände?
Welche?

“1. Man solte sich nicht nur durch irgendeine Tradition verpflichtet fühlen, das Terrorisieren von Menschen zu unterlassen. Das schiere Menschsein verpflichtet dazu (sofern man überhaupt eine Neigung hat, andere zu terrorisieren).”

Ja, das ist wohl wahr, aber Dein aufklärerischer, humanistischer Begriff vom Menschsein ist eben noch nicht bei allen angekommen – genauer: bei den weitaus meisten nicht. Da muß man die Leute eben bei sowas Primitivem wie der Ehre packen.
Und der zweite Einwand?

“Hat sich erledigt.”

Na, dann is ja in Ordnung,wie Al Bundy sagt.
Also, Lübecker, hört auf mich und macht uns nicht wieder Schande.

Mo
22
Jan '07

Ice World ein Erfolg?

Nachdem die Ice World einen Monat geöffnet war, wurde bereits der 75.000ste Besucher begrüßt.
Abr sagt mal, liebe Lübeckerinnen und Lübecker, stimmt denn das?
Ich kann ja nicht nachprüfen, ob die richtig gezählt haben, aber selbst wenn: Gezählt wurden ja offensichtlich die Besuche, nicht die Besucher. Wer also doppelt bis zehnfach kam, der wurde auch doppelt bis zehnfach gezählt.
Wie bitte?
Das sei doch klar?
Vielleicht nicht allen. Es ist halt eine kleine, aber nicht unbedeutende Flunkerei zu Werbezwecken.
(Vollends absurd würde es im übrigen, wenn ein Lebensmittelgeschäft statt “Besuche” “Besucher” sagen würde. Dann würden sich einige tatsächlich fragen, warum die Anzahl dr Besucher pro Jahr wesentlich höher ist als die Einwohnerzahl der Stadt.)

Aber mal davon abgesehen, daß man es nicht so genau nimmt, wo Genauigkeit nicht gut fürs Geschäft ist:
Ein Erfolg ist das Ganze wohl doch. Und das trotz des Wetters.
Oder aber:
“Eben! Drum!”
(Alfons Schuhbeck in einem etwas anderen Zusammenhang)
Mit anderen Worten: Brächten winterliche Temperaturen mehr Besucher in die Eiswelt, oder ist im Gegenteil das faktische Ausbleiben des Winters der Grund für den Erfolg, weil die Leute bei diesen denkwürdigen Temperaturen in einen Ersatzwinter flüchten?
Die Frage ließe sich nur durch einen anhaltenden Kälteeinbruch beantworten, aber das wird ja wohl nichts mehr.