Archiv für den Monat: November 2006

Polnischer Präsident hat hier schlicht nichts verloren

Kaczynski heißt er, der polnische Staatspräsident, und sollte er sich je in Lübeck blicken lassen und sogar noch offiziell empfangen werden, dann ist es Zeit, die Massen zu mobilisieren.
Nein, eigentlich ist jetzt schon die Zeit dazu, wie der Stricker im Flensburg-Blog beweist:

http://flensburg-blog.de/23.11.2006/kaczynski-in-flensburg-niemals/

Der wiederum bezieht sich auf einen Artikel aus dem Hamburg-Blog.
Und was für Hamburg und Flensburg gilt, das sollte auch für Lübeck gelten.
Ein solcher Präsident darf hier nicht bekatzbuckelt und bedienert werden.
Wenn er sich mal privat hier blicken läßt, dann sollte man ihn nicht gleich rauswerfen.
Damit wäre der Bogen überspannt.
Lübeck hatte auch immer gute Beziehungen in den ganzen Ostseeraum, also auch zu Polen.
Die sollte man nicht aufs Spiel setzen.
Es ist also eine Gratwanderung.
Wenn man also dem polnischen Staatspräsidenten nichts als Verachtung entgegenbringt, dann muß man zugleich klar machen, daß diese Verachtung nicht dem ganzen polnischen Volk gilt.
Vielmehr haben wir ja großen Respekt vor dem polnischen Volk, vor allem vor seinem Kampf gegen das System vor einem Vierteljahrhundert.
Aber jetzt wünsche ich mir fast die alten Verhältnisse zurück, den guten alten kalten Krieg, in dem immerhin so barbarische politische Positionen wie die Kaczynskis an der Spitze eines Staatswesens unmöglich waren.

Kommunales Kino am Ende

Im Kommunalen Kino in der Mengstraße laufen immer wieder Filme, die in den großen Filmpalästen nicht zu sehen sind.
Irgendwann bekommt man sie vielleicht mal im Fernsehen zu sehen, aber das Kino ist natürlich in jedem Fall vorzuziehen.
Jetzt will der Senat das Kommunale Kino “einsparen”.
Das darf doch wohl nicht wahr sein.
Dieses Kino gehört zur kulturellen Grundversorgung.
Man sollte lieber bei den hiesigen Theatern sparen, mit denen sich ohnehin nicht renommieren läßt.

Das Mädchen-und Frauenzentrum muß bleiben

Wie in den Lübecker Nachrichten zu lesen ist, soll das Mädchen- und Frauenzentrum dem Senatoren-Rotstift zum Opfer fallen:
“Dort sind ein Cafe und die ´Limone´ untergebracht, bei der es vor allem um Integration geht.”

Um die Integration der Banane in die Limone?
Weiter im Text:

“Täglich kommen 40 junge Mädchen und Frauen
(…)
80 Prozent der Besucherinnen gehen zur Förder-oder Sonderschule. Im Mädchenzentrum lernen Mädchen Selbständigkeit, können Selbstbewußtsein entwickeln.”

Was die LN hier bewußtlos wiederkäuen, trifft tatsächlich zu. Mädchen suchen diese Einrichtung ja nicht aus Jux auf, sondern weil sie darauf angewiesen sind. Es wäre skandalös, an dieser Stelle zu sparen, zumal das Ganze nur gut einen Euro pro Einwohner im Jahr kostet.

Kommentar von Christian Risch in den Lübecker Nachrichten – was soll das?

Kommentar in den Lübecker Nachrichten vom 10. November. Autor ist ein Christian Risch:

“Konzernchef Hartmut Mehdorn freut sich über die Einigung zur Privatisierung der Deutschen Bahn. Der Bundesverkehrsminister auch. Union und SPD sind froh, nach monatelangem Gewürge endlich den Knoten durchschlagen zu haben.
Die Gewerkschaften sind erleichtert, die erhoffte Beschäftigungssicherung ist näher gerückt, die Zeit der Warnstreiks vorbei. Alles schön und gut.
Die normalen Bahnkunden tun jedoch gut daran, vorerst nicht in den Jubelchor einzustimmen.”

Usw.
“Die normalen Bahnkunden”?
Im Untrschied zu den anomalen?
Risch weiß nicht, was er sagt. Er faselt.
Und warum sollte man im Falle eines Gewürges einen Knoten durchschlagen?
Hat das Gewürge dann ein Ende?
Risch kann eben nicht mit Metaphern umgehen.
Was kann er denn?
Ich fürchte nichts und sage daher: Ich fürchte, nichts.
Sein Kommentar enthält jedenfalls keinen selbständigen Gedanken.

Karikaturen in den Lübecker Nachrichten

Im folgenden möchte ich dann doch mal auf eine typische Karikatur in den Kieler Nachrichten bezug nehmen, und zwar auf die, die sich auf Seite 2 der Ausgabe vom 10. November befindet.
Leider darf ich sie hier nicht abbilden.
Daher eine Beschreibung:
Im Vordergrund sehen wir George W.Bush, eine Zeitung lesend. Auf dieser ist die Schlagzeile

WAHL-DEBAKEL FÜR BUSH

erkennbar.
Entsprechend düster ist Bushs Miene.
Links im Hintergrund die US-Flagge.
Rechts im Hintergrund ein Mann mit Schnauzbart und Brille, der einen Telefonhörer in der Hand hat und die Sprechmuschel desselben zuhält.
Dieser Mann sagt, was unterhalb des Rahmens der Karikatur erkennbar ist:
“Ein Job-Angebot von Gazprom …”

Tja, mit solchen Karikaturen wie dieser für die LN typischen kann man offenbar seinen Lebensunterhalt verdienen.
Man kann sich vorstellen, daß sowas mal nach einer Kegelrunde am Stammtisch gesagt wird:
“Na, der is erledigt. Vielleicht kommt er ja noch bei Gazprom unter, wie Schröder.”
Aber selbst in so einer Situation dürfte der Scherzende kaum auf einen größeren Lacherfolg hoffen.
Dazu, daß es nicht komisch ist, kommt noch, daß es keinen Sinn ergibt.
Denn:
1. gehört Bush zu einer der richtig reichen Familien Amerikas und ist auf Aufsichtsrats-Peanuts nicht angewiesen.
Und
2. hätte man kein Motiv, ihm einen Job bei Gazprom anzubieten.
Schröder hat schließlich im Unterschied zu Bush hart dafür gearbeitet während seiner Kanzlerschaft:
Er hat Putin wider besseres Wissen als lupenreinen Demokraten bezeichnet.
Er hat das weltweit heftig kritisierte Verhalten der Polizei nach der Geiselnahme im Kaukasus verteidigt.
Er hat nach der letzten Wahl in Tschetschenien, die unabhägige Beobachter einhellig als Farce bezeichneten, wiederum wider besseres Wissen das Gegenteil behauptet.

Und er ist entsprechend belohnt worden.
Bush hat nichts dergleichen getan, und das ist ja (s. 1.) auch nicht verwunderlich.

Die Karikatur jedenfalls ist vollständig unkomisch und sinnlos.
Und dafür werden Bäume abgeholzt.

Wollen wir Eingemeindungen?

Soso, die Bürgermeister Bad Schwartaus, Stockelsdorfs usw. sind also gegen Eingemeindungen, dagegen also, daß ihre stolzen Städte und nicht weniger stolzen Dörfer in Stadtteile Lübecks verwandelt werden.
Sie geben contra.
Argumente haben sie kaum – sie sind eben um ihre Pfründe besorgt.
Daß der Verwaltungsaufwand durch Eingemeindungen erheblich verringert würde, übersehen sie offenbar vorsätzlich.
Die Frage nach einer Eingemeindung ist übrigens eine existentielle: Es geht um die Existenz einer Stadt oder eines Dorfes.
Daher sind hier nicht Landespolitiker oder Kommunalpolitiker gefragt, sondern man sollte das Volk entscheiden lassen, genauer: die Bevölkerung der betreffenden Gemeinden – wenn man es mit der Demokratie ernst meint.
Denn wir haben zwar hier eine repräsentative Demokratie, aber in so einer Frage MUSS die Demokratie eine direkte sein.
Naja, dagegen läßt sich einwenden, daß die meisten Menschen konservativ und träge sind:
Wenn es ihnen nicht ganz dreckig geht, dann wollen sie, daß die Umstände so bleiben, wie sie sind, denn Veränderung wäre ja vielleicht mit Mühe verbunden.
Hinzu kommt der Lokalstolz.
Beispiel:
Wattenscheid im schönen Ruhrgebiet war einst eine Stadt, seit längerem aber ist es ein Teil von Bochum. Die Wattenscheider Bevölkerung hat darüber nicht abstimmen dürfen.
Und bis heute gibt Wattenscheider, die ihr Auto in Dortmund zulassen lassen, nur um nicht mit Bochumer Kennzeichen durch die Gegend fahren zu müssen.
So, wofür bin ich nun eigentlich?
Ach, darum geht es doch gar nicht.
Die Sache soll vielmehr von allen Seiten beleuchtet werden, damit sich jeder selbst ein Urteil bilden kann.
Also weiter:
Gesetzt den Fall, es spräche seitens der Umlandsstädte und -dörfer nichts gegen eine Eingemeindung:
Wie steht dann Lübeck dazu?
Wollen wir die überhaupt? Dazu, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, könnt hier ja mal den einen oder anderen Kommentar einstellen.

Freie Demokraten auf dem Holzwege

Der Lübecker FDP-Fraktion war zu Ohren gekommen, daß künftig zur Finanzierung von Kindertagesstätten Falschparker intensiver bejagt und daher öfter überführt werden sollen. Daher kritisierte die FDP Bürgermeister Saxe, was das Zeug hielt. Es stellte sich freilich heraus, daß der entsprechende Vorschlag nicht von Saxe, sondern von der CDU gekommen war.
Daraufhin zogen die Freien Demokraten die Schwänze ein und entschuldigten sich.

Blinde auf dem Weg zum ZOB – Lebensgefahr

Selbst die Kieler Nachrichten berichten davon:

“Das Überqueren der Bus-Spuren zur ZOB-Insel ist eine Mutprobe – es gibt keinen Zebrastreifen. Blinde und Sehbehinderte fordern jetzt von der Stadt einen sicheren Übergang.”

Es ist traurig, daß es überhaupt einer solchen Forderung bedarf.
Behindertengerechtes Bauen und behindertengerechte Einrichtung des Straßenverkehrs sollten Selbstverständlichkeiten sein.
In Lübeck ist das offenbar nicht der Fall, und vielleicht würde die Stadt ja erst nach einem tödlichen Unfall tätig, wenn sich nicht die Medien der Sache angenommen hätten.

Lübecker Nachrichten propagieren Ein-Euro-Jobs

Ein-Euro-Jobs für an und für sich Arbeitslose sind sind ganz und gar keine feine Sache, sondern ein Mittel des Sozialabbaus.
Klar, daß die Lübecker Nachrichten diese Jobs propagieren.
Sie tun das am 9. November auf Seite 16 unter der Schlagzeile

“Die gelben Müllengel sollen Lübeck sauberer machen”.

Neuerdings sind nämlich in Lübeck 20 Ein-Euro-Jobber als Müllsammler tätig.
Und natürlich sind sie angeblich begeistert davon.
Die LN präsentieren Fallbeispiele:

“Eine Ausbildung hat Frank Ignatz nie gemacht. Mit Jobs auf dem Bau und auf dem Schrottplatz hat er sich über Wasser gehalten – bis er vor zehn Jahren arbeitslos wurde.
`Als Ungelernter findet man keine Arbeit mehr. Der Ein-Euro-Job ist meine Chance, wieder in der Gesellschaft Fuß fassen zu können´, sagt er. Für ihn ist es eine sinnvolle Aufgabe. `Ich will für mein Geld arbeiten – und auch für das von Arge – dass brauche ich für mein Ego.`”

Jemand, der nie eine Ausbildung genossen hat, spricht von einer “Chance, wieder in der Gesellschaft Fuß fassen zu können”?
Formuliert man so als “Ungelernter”?
Unmöglich ist es nicht, aber sehr unwahrscheinlich.
Wahrscheinlich ist, daß die Lübecker Nachrichten in Gestalt ihres Redakteurs Sebastian Meyer hier ein wenig nachgeholfen haben.
Und in der Sache ist das mit dem Fuß Fassen in der Gesellschaft ja einfach nur grober Unfug.
Wird man ihn höher achten, weil er für einen Euro in der Stunde Müll aufliest?
Werden sich damit seine Chancen verbessern, wieder einen Job zu bekommen?
Wohl kaum.

Aber die Lübecker Nachrichten bringen ein weiteres Fallbeispiel:

“Sein Zuhause ist schön. Aber den ganzen Tag dort zu sein, ohne Beschäftigung – das hat Axel John (55) gehaßt. 35 Jahre lang hatte er einen Jab, dann wurde er vor zwei Jahren arbeitslos.
´Nichtstun war furchtbar´, sagt er. Als ihm der Job beim ´Bündnis für Arbeit´ angeboten wurde, hat er sofort ja gesagt. `Ich bin froh, wieder arbeiten zu dürfen.´ Was ihm allerdings nicht gefällt: ´Es gibt Leute, die uns bei der Arbeit dumm anmachen. Was soll das?´”

Nein, wirklich, diese Fallbeispiele sind zu nah daran, im Sinne der Lübecker Nachrichten zu sein, um wahr zu sein.

Abriß der Bahnbrücke an der Kronsfelder Allee

Die alte Bahnbrücke an der Kronsfelder Allee war wirklich nicht mehr das, was man bestens in Schuß nennt.
So betagt wie sie war, so marode war sie auch, und jetzt wird sie demontiert.
Instandhaltung käme ja nur dann in Frage, wenn das Bauwerk architektonisch wertvoll wäre.
Aber das ist natürlich nicht der Fall.
Das einzig Gute, was sich über sie sagen läßt, ist, daß sie nicht IM NÄCHSTEN MOMENT von allein zusammengekracht wäre.
Da fällt mit übrigens ein Witz ein:

Ein Obdachloser legt sich zum Schlafen unter eine Brücke.
Da wird die Brücke gesprengt.
Der Obdachlose befreit sich mit Mühe aus den Trümmern und ruft:
“Warum habt Ihr das gemacht?
Die war doch noch gut!”

Aber zurück zur Sache. Es gab ja erheblichen Ärger, weil die Stadt vor Beginn der Abbauarbeiten nur die unmittelbaren Anwohner informiert hatte, nicht aber die, die in einiger Entfernung wohnen. Als Begündung gab man an, die Bauarbeiten würden gar nicht so laut.
Aber stimmt denn das?
Vielleicht kann ja mal jemand, der da in der Nähe wohnt, hier einen Kommentar einstellen.

Josephine von Zastrow faselt

In den Lübecker Nachrichten vom 9. November findet man auf Seite 2 einen Kommentar einer Josephine von Zastrow zu “Lübecks Rohstoff-Programm”.
Ich zitiere und kommentiere:

“Wenn man ganz ehrlich ist, ist es die Wahl zwischen Pest und Cholera.”

Und wenn man nicht ehrlich ist?
Was ist es dann?
Es ist eben, was es ist, unabhängig davon, ob man ehrlich ist.

“Um bei den Kindertagesstätten nicht sparen zu müssen, will der Senat jetzt bei Mädchen sparen, bei der Jugend, beim Service, bei der Kultur. Und das ist unpopulär. Deshalb ist das Schwarze-Peter-Spiel absehbar, welches losgehen wird.”

“… welches losgehen …” – deutlicher kann ein Stilbruch nicht sein.

“Die Bürgerschaft sagt: Die Vorschläge sind schlecht, der Senat soll neue machen. Der Senat macht neue, die von der Bürgerschaft wieder verworfen werden. So drehen sich alle im Kreis.
Denn die Stadt kann kaum sparen: Wo nix is, da is nix.”

Isses wahr!

“Und die Bürgerschaft dürfte kaum Schließungen von Einrichtungen absegnen – anderthalb Jahre vor der nächsten Kommunalwahl.”

Als wären anderthalb Jahre für den Bürger nicht genügend Zeit, um zu vergessen

Frau von Zastrows Kommentar enthält keinen Gedanken.

VFB Aufstiegskandidat Nummer 1

Für mich ist der VFB jetzt Aufstiegskandidat Nummer 1.
Die Regionalliga Nord hat, wie sich nach gut einem Drittel der Saison zeigt, keine überragende Mannschaft. Und unter den guten (Wuppertal, Osnabrück, Erfurt, Dresden, Düsseldorf) ist der VFB die beste.

Und wieder Unsinn in den Lübecker Nachrichten

Wirklich eine schlechte Zeitung.
Nur zwei Beispiele:
In der Ausgabe vom 5. November finden wir auf Seite 13 die Überschrift:

“HSV stürzt weiter ab”

Eine Seite weiter lautet die Schlagzeile:

“Bremen strauchelt gegen Cottbus”

Denkende Menschen können mit Metaphern umgehen, LN-Redakteure nicht.
Wird behauptet, der HSV stürze weiter ab, dann beinhaltet das, daß er sich schon vorher im freien Fall befunden habe. Eben deshalb aber wäre es doch kaum bemerkenswert, wenn er weiter abstürzte.
Und was die andere Überschrift betrifft:
Daraus müssen wir schließen, daß Bremen (?) in Richtung Cottbus ging, in unmittelbarer Nähe der Stadtmauer strauchelte und infolgedessen mit dem Kopf gegen eben diese knallte.
Dabei sind es doch nicht die Bremer, sondern, wie schon angedeutet, die LN-Redakteure, die gegen jede Stadtmauer, jeden Schrank usf. Mitteleuropas gelaufen sein müssen.
Jumm und dumm.

Lübecker Nachrichten für Atomenergie

Jaja, die friedliche Nutzung der Kernernergie.
Wir wollen hier nicht noch Öl ins Feuer dieses Themas gießen, aber es schlägt doch dem Faß den Boden aus, was da auf Seit 8 der Lübecker Nachrichten vom 5. November zu sehen ist:
Eine Überschrift dort lautet:

“Hans Heinrich Driftmann: ´Wir können auf die Kernenergie nicht verzichten´”

Driftmann ist Präsident der IHK Kiel, und die LN führten für diese Ausgabe ein Interview mit ihm.
Dazu ist ein Foto Driftmanns abgebildet, auf dem er sympathisch und besonnen wirken will – nun ja, ganz gelingt das nicht.
Oberhalb zitierter Überschrift sehen wir ein großes Farbfoto von einer Anti-AKW-Demonstration in Brunsbüttel.
Im Vordergrund sehen wir einen Menschen in Öljacke und mit entsprechender Mütze, der ein Transparent hält, auf dem steht:
“Sicher ist nur das Risko”

Aber nicht das ist entscheidend, sondern das Gesicht des Mannes:
Dunkler Teint, dunkle Augen, düstere Miene, Sechstagebart – so stellen sich Spießbürger Verbrecher vor.
Also: einerseits der bedrohliche Kernkraftgegener, andererseits der gutrasierte, lächelnde Driftmann – es wird dem LN-Leser hier überdeutlich gezeigt, wo er gefälligst zu stehen habe:
Wie die LN eben auf der Seite der Industriellen, die im Unterschied zur übrigen Bevölkerung auf die Kerneenrgie nicht verzichten können.

48. Nordische Filmtage zu Ende

Die 48. Nordischen Filmtage gingen am vorvergangenen Wochenende mit einer abendlichen und nächtlichen Gala zu Ende.
Es war einiges an Prominenz zugegen.
Leslie Malton, Detlev Buck, Gitte Haenning …
Was hat die denn mit Film zu tun, werden jetzt einige fragen.
Nun, ihre Karriere ist verfilmt worden:
“Ich will alles – die Gitte Haenning-Story”

Und wer sie bislang nur als Schlagersängerin kannte, der hatte hier Gelegenheit, sie als Jazz-Interpretin kennen zu lernen.

Was sich übrigens viele fragen:
Wie hoch ist eigentlich der Stellenwert der Nordischen Filmtage?
Und woran bemißt sich dieser?
An der anwesenden Prominenz?
Am Preisgeld?
Nicht nur das Aufgebot an Prominenz, auch die Preisgelder können sich sehen lassen:
Es gab ungefähr ein Dutzend Preise. Nicht alle waren hochdotiert, aber die meisten befanden sich doch immerhin im fünfstelligen Bereich.
Hier wird allerdings auch ein wesentlicher Unterschied zu Literaturpreisen deutlich:
Wenn ein Dichter einen Preis und damit verbunden 30.000 € erhält, dann kann er davon eine Weile leben und vielleicht sein nächstes Romanprojekt finanzieren.
Aber was kann man als Regisseur oder Produzent mit 30.000 € anfangen?
30.000 € als Budget für einen Film – da wäre ja die Bezeichnung “Low Budget” noch geprahlt.
Nein, Filmkunst kann man auf diese Weise nicht finanziell stützen.
Das gilt übrigens auch für größere Festivals, mit denen sich dieses – und damit kommen wir zu der Frage nach dem Stellenwert zurück – nicht messen kann:
Cannes, Venedig, Berlin (in dieser Rangfolge. Ob Rom eine konstante Größe werden wird, bleibt abzuwarten.)
Aber vielleicht ist ja auch nicht der Stellenwert das Entscheidende, denn die Filmtage nennen sich ja nicht aus Jux Nordische.
Hier haben wir einen Themenschwerrpunkt, der zu unserer Stadt, der einstigen Krone der Hanse, paßt.
Ein Pfund, mit dem man wuchern kann.
Freuen wir uns also auch auf die nächsten Nordischen Filmtage und vor allem auf die übernächsten, die fünfzigsten.
Auch die Konstanz, die sich in dieser Zahl zeigt, spricht für die Sache.