Archiv für den Monat: März 2006

Tailed Comedians im Theater Geisler

Und zwar am 1.4. um 20.00 und am 2. noch einmal.
Sie heißen nicht von ungefähr so. Denn sie sind maßgeblich von den Comedian Harmonists beeinflußt und bedienen sich einiger der Arrangements jener klassischen Vokalformation.
Die Tailed Comedians (“tailed” soll offenbar an die Schwalbenschwänze der Fracks erinnern), die selbstredend in der Musik der zwanziger und dreißiger Jahre zuhause sind, bestehen aus sechs kompetenten Sängern.
Ihr aktuelles Pragramm trägt den Titel “Stimmfracktour”.
Tja, Frackträger sind sie, aber das Wortspiel macht mir Sorgen.
Heißt das, daß sie noch im Stimmbruch sind?
So jung sehen sie durchaus nicht aus.
Oder wollen sie uns damit schonend beibringen, daß ihre Stimmen aus anderen Gründen brüchig sind?
Nun, es ist beides nicht der Fall.
Jedenfalls hat der Erfolg Max Raabes den solche Acts ermöglicht, und das ist auch gut so.
Eine Orchesterbegleitung ist hier allerdings nicht zu erwarten. Die Herren singen a capella.

Theater Geisler: Dr. Julius-Leber-Straße 25

“Gretchen 89 ff” in der Combinale

Sagt man “die Combinale” oder “das Combinale”?
Gehört habe ich beides schon.
Jedenfalls mag der Titel des Stückes auf manchen recht kryptisch wirken.
Aber es ist an sich alles ganz einfach.
Gemeint ist die weibliche Hauptperson in Goethes Faust, und es geht um die Seite 89 sowie die folgenden welcher Ausgabe auch immer.
Das Stück von Lutz Hübner beschäftigt sich also mit einer Theaterprobe.
Das Verhältnis Schauspielerin / Regisseur wird thematisiert und analysiert, daß sich die Bretter, die die Welt bedeuten, biegen.
Heiterer Vergleich:
Wäre ein Film über das Instruieren einer Schauspielerin durch den Regisseur denkbar?
Ich kann es mir zumindest nicht vorstellen, daß das zu einem gelungenen Ergebnis führen kann.
Aber das Theater ist eben durchaus keine lebende Kunstform.
Daher ist es gerechtfertigt, es auf diese Weise auszustellen, die einer volkskundlichen Demonstration vergangener Lebensweisen ähnelt.

Combinale: Hüxstraße 115

Maria Stuart im Großen Haus

Und zwar zum Beispiel am Mittwoch, dem 29.3., um 19.30 Uhr.
Der überaus große Dramatiker Peter Hacks schätzte diese Tragödie Schillers besonders.
Daher unternahm ich denn auch (trotz mancher Enttäuschung, die mir Schiller bereitet hatte) den Versuch, es zu lesen.
Aber ach, es ist doch ungenießbar, wie so vieles, das große Künstler beeinflußte und beeinflußt.
Denn gewisse Techniken kann man auch bei Künstlern studieren, die von tatsächlicher Vollendung weit entfernt sind.
Mag ja sein, daß einige die Lübecker Inszenierung dennoch brauchen.

Großes Haus: Beckergrube 10-14

Ausstellung über Eisenherstellung in der Geschichtswerkstatt

Am Freitag, dem 7. April, um 19.30 Uhr wird Dr. Wolfgang Muth, der Leiter des Lübecker Industriemuseums Geschichtswerkstatt Herrenwyk, die neue Ausstellung des Hauses eröffnen:
“Zum alten Eisen – zur Geschichte der Eisenherstellung” lautet der Titel.
Warum meint man eigentlich, daß derlei fade Wortspiele beim Volk bestens ankommen?
Ich finde dafür keinen Anhaltspunkt. (Und dann auch noch zweimal “zu” im Titel)
Aber zur Sache:
Die ganze Ausstellung beruht auf der Forschung und Fleißarbeit des Institus für Ur- und Frühgeschichte der Universität Kiel. Und die Bezeichnung des Instituts deutet auch schon an, welche Zeiträume hier behandelt werden.
Keine Frage, daß die Ausstellung auch für auch für Schulklassen geeignet ist.
Aber welcher Lehrer legt soviel Eifer und Interesse an den Tag?

Industriemuseum: Kokerstraße 1-3

Feuerzangenbowle im Großen Haus des Theaters Lübeck

Ein sogenannter Komödienklassiker wird zum Beispiel am Dienstag, dem 28.3., um 19.30 Uhr im Großen Haus des Theaters Lübeck aufgeführt.
Die Verfilmung mit Heinz Rühmann dürfte vielen in Erinnerung sein.
Hoffentlich in schlechter, denn es ist unerträglich, wie Rühmann fatale militärische Zackigkeit stets als etwas Niedliches präsentierte.
Es kann also hier in der Inszenierung von Kai Festersen nur besser sein.

Theater Lübeck: Beckergrube 16

Last Minute im Kommunalen Kino

Marina Caba Rall ist die Regisseurin dieses deutschen Films aus dem Jahre 2004, der am Dienstag, dem 28.3. und am darauffolgenden Mittwoch jeweils um 20.00 Uhr im Kommunalen Kino gezeigt wird.
Darin geht es um einen aus der Abschiebehaft entflohenen Mann, der gegenüber den beiden Putzfrauen, die ihn in dem von ihm gewählten Versteck antreffen, behauptet, er sei Kurde und würde nach seiner Abschiebung in die Türkei mit Sicherheit gefoltert werden.
Für die Putzfrauen stellt sich nun die Frage, ob sie sich solidarisch oder im Sinne des Rechts korrekt verhalten sollen.

Daß das Gegenteil von “gut” “gut gemeint” ist, sei nur am Rande vermerkt.

Kommunales Kino: Mengstraße 35

Leitbild Lübecks

Die Hansestadt Lübeck informiert in einer ihrer offiziellen Verlautbarungen über das Bemühen ihrer Exponenten um ein Leitbild:

… folgte seit dem Frühjahr 2002 ein anderer Versuch, zuerst “Leitlinie – Zukunft Lübeck” genannt, als Initiative der Possehl-Stiftung und unter Mitwirkung von knapp 20 Persönlichkeiten, jetzt bekannt unter “Zukunft Lübeck” …

Lustig, nicht wahr?
20 Persönlichkeiten, die jetzt bekannt sind als …
Aber nein, so war das ja nicht gemeint.

Und: “Knapp 20 Persönlichkeiten”!
Sagen die Verfasser ggf. auch, ihre Familie bestehe aus knapp fünf Menschen?

“Zukunft Lübeck” – seriös ist das nicht.
Das erinnert an Haider. Statt seine Partei nach deren Selbstverständnis zu benennen, wie es vordem üblich war, bellt er den lieben Mitbürgerinnen und Mitbürgern zusammenhanglose Worte ins Ohr:
“Bündnis Zukunft Österreich”.

Ist die Stadt Lübeck sich denn im Klaren darüber, in welche Nachbarschaft sie sich begibt?

Tuesday´s Alternative Club im Body and Soul

Könnte ja sein, daß es jemand noch nicht weiß:
Im Body and Soul, der Diskothek auf dem Boot, das bislang noch nicht abgesoffen ist, gibt es jeden Dienstag ab 22.00 Uhr den Tuesday´s Alternative Club.
“Fuck mainstrem, we´re different” lautet das Motto.
Das ist zwar sowohl schön als auch gut, andererseits aber fällt mir dazu eine Doppelzeile von Frank Black (auch weitgehend Alternative) ein:

I don´t conform.
I wear a different uniform.

Oder als Frage formuliert:

Wie uniform sind die Uniformverweigerer?
Wie angepaßt sind die Unangepaßten?

Antworten hier bitte als Kommentare einstellen.

Body and Soul: Kanalstraße 78z

Holstentor hypen

Das Holstentor ist weithin berühmt.
Aber der schiefe Turm von Pisa ist noch deutlich berühmter.
Warum?
Na weil er schief ist. Gestehen wir uns also ein, daß auch das Holstentor mächtig Schlagseite hat.
Machen wir aus dem bislang schamhaft verschwiegenen Fehler eine Attraktion.
So wird das Holstentor zum berühmtesten Bauwerk der Welt.
Ist doch ganz einfach.
Sitzen denn bei uns im Fremdenverkehrsamt nur Schlafmützen?